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Silence

David Murray, Mal Waldron

Justin Time JUST 186-2
(67 Min., 10/2001) 1 CD

An dem vor sechs Jahren verstorbenen afroamerikanischen Pianisten und Komponisten Mal Waldron scheiden sich die Geister. Gewiss, man kann ihm mangelnde Technik und einen begrenzten improvisatorischen Ideenfundus vorwerfen, andererseits ist er gewissermaßen ein Monolith, vergleichbar vielleicht nur seinem großen Idol Thelonious Monk. Er wirkte wie ein Magier, der mit dem Mittel der Verdichtung rhythmischer Wiederholungsfiguren eine höchst vitale Form der Reduktion praktizierte. Weitgehend unbestritten sind seine Qualitäten als Begleiter. Gerade durch seine Beschränkung auf eine einfache, aber dafür umso souveräner auf den Punkt gebrachte Begleitweise ließ er seine Partner zu Höchstform erblühen.
Der schwarze Saxofonist und Bassklarinettist David Murray ist ein Gigant unter den Coltrane-Nachfolgern. Ein Jahr vor Waldrons Tod kam es zu einer Duobegegnung der beiden im Studio. Dort stand ein wunderbarer Steinway und die Atmosphäre war überaus gelöst. Beste Voraussetzungen also für die gute alte Black Magic des legendären Tastenmagiers. In der Tat, Waldrons insistierende Macht der Wiederholung trifft punktgenau auf die abgründige Expressivität des Bläsers, und besonders in der Kombination mit der Bassklarinette schlägt dies edelste dunkle Funken – von denen ward ein Engel angezogen und ging nachhörbar durch den Raum.

Thomas Fitterling, 13.02.2009



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