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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Diverse

Edition Staatskapelle Dresden Vol. 30: Fritz Busch (sämtliche Dresdner Aufnahmen)

Sächsische Staatskapelle Dresden, Fritz Busch

Hänssler Profil/Naxos PH 07032
(180 Min., 1928-1932) 3 CDs, + DVD

Der 7. September 1933 war der schwärzeste Tag in der Geschichte der Dresdner Staatskapelle: Bis auf zwei Ausnahmen akzeptierten die Musiker des Orchesters, dass ihr Chef Fritz Busch von einer Horde pöbelnder SA-Leute vor der angesetzten Aufführung von Verdis "Rigoletto" gezwungen wurde, das Pult zu verlassen. Busch wusste, was die Stunde geschlagen hatte, emigrierte und kehrte auch nach Kriegsende nicht mehr nach Dresden zurück. Die 30., der Ära Busch gewidmete Folge der bei Hänssler erscheinenden Edition Dresdner Staatskapelle spart zum Glück auch dieses bittere Ende einer elf Jahre währenden Verbundenheit nicht aus: Sowohl im umfangreichen Booklet wie auch auf der beigegebenen DVD sind die Vorgänge, die Busch mit einem lapidaren "aus." in seinem Terminkalender kommentierte, gründlich, wenn auch manchmal etwas arg zeigefingrig dokumentiert.
Von der musikalischen Bedeutung der Dresdner Jahre des Dirigenten können die in der Box versammelten Aufnahmen freilich nur begrenzt Zeugnis geben: Buschs straffer Mozartstil, mit dem er nach seiner Emigration dem Festival von Glyndebourne auf Anhieb zu Weltgeltung verhalf, lässt sich anhand einer jauligen "Figaro"-Ouvertüre von 1923 nur erahnen. Und von der präzisen Hitzigkeit seiner Verdidirigate sind leider nur Orchesterschnipsel aus "La forza del destino" überliefert. Musikalisch und akustisch packender sind die 1926 im Anschluss an die deutsche Erstaufführung entstandenen Ausschnitte aus Puccinis "Turandot", die Busch mit schlanker, federnder Tongebung dirigiert als wär`s ein Stück von Hindemith – oder der Soundtrack zu Fritz Langs "Metropolis". Was Dresden und Deutschland mit Busch verloren ging, belegt jedoch vor allem ein Tonfilm von 1932 mit Wagners "Tannhäuser"-Ouvertüre: Unbeirrbar zielgerichtet, trennscharf und von einer Disposition, die bis zum Schluss noch Steigerung zulässt, ist diese Aufnahme vielleicht bis heute unübertroffen geblieben.

Jörg Königsdorf, 13.02.2009



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