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Hot House

Klüvers Big Band

Stunt Records/Sunnymoon STUCD 8062
(70 Min., 4/2007) 1 CD

Man muss den Jazz nicht ständig neu erfinden. Manchmal genügt es auch, wenn man Klassiker ernst nimmt und sie so spielt, wie sie einst komponiert wurden: als swingende Nummern. Der amerikanische Schlagzeuger Dennis Mackrel hat zehn bewährte Stücke neu arrangiert, und da er sein Geld unter anderem in den Bigbands von Count Basie, Thad Jones/Mel Lewis, Dizzy Gillespie und McCoy Tyner verdient hat, brachte er zu der Produktion mit der dänischen Klüvers Big Band Noten in der besten Swingtradition mit. Im Tenorsaxofonisten Jesper Thilo hatte die dänische Spitzenformation zudem einen Solisten engagiert, der in jedem Titel warm und gefühlvoll intonierte und mit viel Herz und Melodie über die Themen improvisierte.
Bebopklassiker wie "Hot House" und "Lester Leaps In" standen auf dem Programm – letzteres eröffnete Mackrel mit einem beeindruckenden Schlagzeugsolo. In den Ellingtonklassikern "In a Mellow Tone", "Things Ain’t What They Used to Be", "In a Sentimental Mood" und "Don’t Get Around Much Anymore" sowie in Standards wie "This Can’t Be Love", "Sweet Lorraine", "Bye Bye Blackbird" und "Just One of These Things" spielt die 18-köpfige Formation mit altmeisterlich vollem Klang. Passagenweise werden die Solisten teilweise zwar nur von der Rhythmusgruppe begleitet, doch die anschließenden Tuttipassagen wirken dadurch umso fülliger. Die Bigband hat sich beim Livemitschnitt vom April 2007 Duke Ellingtons Motto "It Don’t Mean a Thing If It Ain't Got That Swing" zu Herzen genommen, denn sie swingen vom ersten bis zum letzten Ton.

Werner Stiefele, 16.01.2009



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