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The Cole Porter Mix

Patricia Barber

Blue Note/EMI 217 027-2
(56 Min., 12/2007) 1 CD

Cole Porter schrieb Texte voll Wortwitz – eine Inspiration für Patricia Barber, die zehn Portersongs durch drei eigene ergänzt, in denen sie dem Meister der Musicaltexte nicht nur nacheifert, sondern ähnlich humorvoll mit der unerwarteten Wendung spielt. Locker und entspannt verwandelt sie den Porterklassiker "Easy to Love" in eine heitere Bossa Nova, und "In the Still of the Night" in eine flotte Samba. Meist aber swingen sie und ihre drei Begleiter – mal offensiv, mal verhalten. "I Get a Kick out of You" wird dadurch zu einer eher introvertierten Nummer, während das beschwingte "You’re the Top" in eine Bar entführt, was Barber für ein veritables Klaviersolo nutzt. Sie verleiht jeder Nummer einen eigenen Charakter, und so passt es hervorragend, dass Chris Potter in "Just One of Those Things" ein agiles, an die Atmosphäre einer wilden Session erinnerndes Tenorsaxofonsolo bläst. In "Get Out of Town" scheint es, als habe ihr Gitarrist Neal Alger Stunden bei Bill Frisell genommen, und in "C’est magnifique" sorgt sie selbst mit der Melodika für französisches Flair. "What Is This Thing Called Love" wirkt dank der Bassimprovisation von Michael Arnopol dunkel und nachdenklich. "Miss Otis Regrets" dagegen, das viele Sängerinnen im heiteren Balladenton singen, wird bei ihr zur kühl-distanzierten Schilderung einer Tragödie.
Gleichgültig, welche Stimmungslage Patricia Barber mit den Songs jeweils ausdrückt, bleibt eines gemeinsam: die sängerische Perfektion und der Hang, diese durch die Aufnahmetechnik zu unterstreichen. Sie liebt es, die Lippen bei klarer Artikulation so dicht wie möglich am Mikrofon zu bewegen und dadurch Nähe zu symbolisieren.

Werner Stiefele, 11.12.2008



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