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Richard Wagner, Antonín Dvořák, George Gershwin u.a.

Vorspiel zum 3. Akt aus "Lohengrin", Sinfonie Nr. 9 e-Moll "Aus der neuen Welt", An American In Paris u.a.

New York Philharmonic, Lorin Maazel

Euro Arts/Naxos 2056948
(159 Min., 2008) 1 DVD

Wer die New Yorker Philharmoniker auf dem Podium erlebt, staunt immer wieder über den enormen Anteil asiatischer Musiker. Zur Erklärung stellt Zarin Mehta (Dirigentenbruder und Präsident des Orchesters) die Gegenfrage: "Wissen Sie, welches die zweithäufigste Sprache an der benachbarten Juilliard School ist?" Antwort: "Englisch." Das New York Philharmonic Orchestra ist ein Spiegel globaler Mischungsverhältnisse. Dennoch war das Gastspiel im kommunistischen Nordkorea, mit dem das Orchester im Februar 2008 sein 14589. Konzert absolvierte, eine historische Großtat: Weitab der westlichen Welt, in politischem Feindesland, entfalteten Gershwin, Dvořák und Wagner unerhörte Friedens- und Missionskraft. Der wirtschaftliche Grund für das Gastspiel: In Nordkorea fehlt es an Benzin. Man erhofft sich türöffnende Wirkung von der Klassik.
Die Emotionen kochen indes weniger hoch bei der sprühenden "Aus der Neuen Welt"-Sinfonie, dem "American in Paris" oder dem gleißend ruppigen "Lohengrin"-Vorspiel zum dritten Akt. Erst bei der "Arirang"-Zugabe, der populärsten koreanischen Volkshymne, steigen dem Publikum sichtlich die Tränen in die Augen. Dieser Mitschnitt eines historischen, von der Weltöffentlichkeit verfolgten Konzertes mag weniger von musikalischem als von kulturhistorischem Interesse sein. Im begleitenden, höchst spannenden Reisedocumentary blickt man in den bizarr formalisierten Alltag im winterlichen Pyöngyang. Lustig auch, dass ausgerechnet der arrogante Lorin M. hier zum Friedensengel mutiert. Titelvorschlag für den demnächst erscheinenden Kinofilm: "From Mao to Maazel".

Robert Fraunholzer, 17.10.2008



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