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Hans Sommer

Lieder

Stella Doufexis, Håvard Gimse

Sony Classical 88697 29875-2
(57 Min., 11/2004) 1 CD

1837, vier Jahre nach Johannes Brahms, geboren, gehört der Braunschweiger Hans Sommer zu der großen Zahl romantischer Komponisten, die bis heute im Schatten ihrer genialeren Zeitgenossen stehen. Ein bisschen ungerecht ist das schon, denn die CD, die nun erstmals einen Querschnitt durch das Liedschaffen des Richard-Strauss-Freundes und GEMA-Mitbegründers präsentiert, zeigt ein zwar begrenztes, doch immerhin überdurchschnittliches Talent. Täuscht die Auswahl nicht, lag Sommers Stärke im Ausmalen ruhiger, versonnener Stimmungen. Zu Gedichten wie Lenaus „Stumme Liebe“, Eichendorffs „Seliges Vergessen“ und Goethes „An den Mond“ fallen ihm schöne, weit gespannte Melodielinien ein, und der in den Liedern der Frühzeit noch etwas salonhaft verdickte Klavierpart macht in späteren Werken wie dem von Strauss geschätzten Raabe-Lied „Beruhigung“ einer nuancierten Klangökonomie Platz.
Ironie und Dramatik waren dagegen weniger die Sache dieses stillen Romantikers: Der Gruseleffekt seiner „Loreley“ hält sich im Vergleich zu Schumanns Version in Grenzen. Trotz textgenauer, möglichst suggestiver Gestaltung durch Stella Doufexis und Håvard Gimse bleibt der Gesamteindruck so etwas monoton. Eine Aufteilung auf zwei Sänger hätte da sicher genützt, zumal Lieder wie der mahlerisierende „Landsknecht“ ohnehin besser zu einer Männerstimme gepasst hätten.

Jörg Königsdorf, 12.09.2008



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