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Big Band Man – The MPS & Polydor Studio Recordings

Peter Herbolzheimer

MPS/Universal 1764391
(284 Min., 1970-1978) 4 CDs

Peter Herbolzheimer definierte das Klangbild der Bigband neu. Mit seiner Bigband integrierte er die Rockrhythmen konsequenter als das Gros der Kollegen ins Klangspektrum der Bigband. Bei der 1970 aufgenommenen Scheibe "Soul Condor" der Band "Certain Lions & Tigers" coverte er noch Charts-Erfolge wie "Scarborough Fair", "Aquarius", "These Boots are Made for Walking", "Wade in the Water" oder "Fever", und mit der 1974 eingespielten Platte "Time Travellers Galaxis" des "Galactic Light Orchestra" verjazzte er unter anderem Melodien von Robert Schumann, Edvard Grieg, Peter Iljitsch Tschaikowski, Frédéric Chopin oder Alexander Borodin. Herbolzheimers bedeutendste Formation war die "Rhythm Combination and Brass", die seit 1969 Rock- und Latinrhythmen mit komplexen Arrangements und attraktiven Soli zusammenbrachte. Die im Januar 1973 eingespielte Studio-LP "Waitaminute" wurde zum Meilenstein dieses konsequenten Bigband-Jazzrocks; danach folgten die Alben "Wide Open" vom August 1973, "Hip Walk" vom Juli 1976, "Touchdown" vom Juli 1977 und "I Hear Voices" vom Juli und August 1978 sowie eine Reihe von Livemitschnitten, die nicht in der Box der für Polydor und MPS entstandenen Studioaufnahmen enthalten sind. Die Studioeinspielungen lassen Herbolzheimers künstlerische Entwicklung nachvollziehen. Einerseits coverte er Nummern wie Herbie Hancocks "Butterfly", Nat Adderleys "Jive Samba", Chick Coreas "Spain" oder Joe Zawinuls "Birdland", andererseits komponierte er mit "Hip Walk", "The Mixolydian Highlander" zeitlose Klassiker des deutschen Rockjazz. Dabei setzte er elektronische Verfremdungseffekte nur dezent, dafür aber umso wirkungsvoller ein. Sein Jazzrock war schon damals – und ist es noch heute – von der Individualität und dem Charakter der Musiker geprägt. Das macht ihn zu einem der Großen des europäischen Jazz.

Werner Stiefele, 27.06.2008



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