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Earfood

Roy Hargrove

Emarcy/Universal 1764181
(62 Min.) 1 CD

Beim letzten Mal gab es den Hargrove glatt im Doppelpack. 2006 nämlich veröffentlichte der Trompeter gleich zwei Alben auf einen Schlag. Zum einen eine neue Aufnahme seines Soul-Funk-Hip-Hop-Projekts RH Factor, zum anderen das Straight-Ahead-Werk "Nothing Serious". Diesmal macht es sich der 38-Jährige aus Waco/Texas etwas einfacher. Die Quintetteinspielung "Earfood" nämlich kombiniert in gewisser Weise das Angenehmste aus beiden Welten: den Groove und die Jazztradition, den Spaß an Melodien zum Mitsingen und den Ernst der Improvisation im Geiste der Väter. Da reicht eine CD.
Wie die klingt? Sehr, sehr vertraut. Und zwar wie Blue-Note-Scheiben aus den goldenen Zeiten des Hardbop, nach Horace Silver, Lee Morgan, Herbie Hancock, Freddie Hubbard. Mit Cedar Waltons ehedem für Art Blakeys Jazz Messengers geschriebenem "I’m not Sure" wird gleich zu Beginn klar die Richtung vorgegeben: Souljazz mit Schmackes, Gospelmessen-Feeling und feinen Solistenleistungen (neben dem – wie gehabt – nicht zu beanstandenden Hargrove lässt auf "Earfood" Altsaxofonist Justin Robinson konsequent aufhorchen). Wenn elf Nummern später eine nostalgische Nachempfindung von Sam Cookes 1962er Hit "Bring It on Home to Me" das Album beschließt, hat man in der Zwischenzeit echt viel Spaß gehabt. Und mit "Strausberg" wahrscheinlich "den" Ohrwurm des Jazzsommers 08 gehört.

Josef Engels, 27.06.2008



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