Responsive image
Diverse

Jascha Heifetz – Original Jackets Collection

Jascha Heifetz, diverse Orchester u. Dirigenten

RCA Red Seal/Sony BMG 88697 21742-2
(607 Min., 1946-1975) 10 CDs

Leider gibt’s nichts Neues zu entdecken, doch die Wiederbegegnung mit dem Altbekannten ist allemal Grund zur Freude – zumal in dieser Aufmachung. Der große Jascha Heifetz blickt zu uns von den schönen Covern jener historischen Schallplatten, die vor allem in den 50er und 60er Jahren seinen Ruf in der weiten Welt verbreiteten. Dass die neue Box damit den Stand der Dinge am Ende einer grandiosen Laufbahn dokumentiert, ist im Falle von Heifetz kein Mangel: Die unvergleichliche Brillanz seines Spiels, der strahlende Ton, der ihn schon als Jugendlichen aus der Konkurrenz weit herausstechen ließ, hat er beinahe ohne Einbußen bis in sein hier gleichfalls dokumentiertes letztes Rezital von 1975 bewahren können. Es ist eben diese wundersam leuchtende Klarheit, die ihn auch nach heutigen Maßstäben in einer eigenen Klasse geigen lässt – und dank derer er selbst lapidare Stücke wie Bruchs "Schottische Fantasie" oder das fünfte Violinkonzert von Vieuxtemps zum Meisterwerk veredelt. Die zugespitzte, oft bewusst hohe Intonation ermöglicht – neben vielen anderen Qualitäten und Eigentümlichkeiten – ein virtuoses Spiel mit oder besser: über den Orchestern, die (auch die besten) diese unerreichte Lichtgestalt unter den Geigern des 20. Jahrhunderts letztlich immer nur begleitet haben.
Einziger Makel der Edition (aus der Sicht des Sammlers jedenfalls): Aus Platzgründen steht nun auf fast jedem Cover ein zusätzlicher Titel, der dort früher nicht gestanden hat. Man mag das "Bonus-Track" nennen – die Idee der "Original Jacket Collection" wird damit jedenfalls ad absurdum geführt.

Raoul Mörchen, 16.05.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Kennen Sie William Sterndale Bennett? Wahrscheinlich nicht. Der Komponist, der Hans Christian Andersen nicht unähnlich sah, war der Sohn eines Organisten. Als Chorknabe bei der King’s College Chappell ausgebildet, studierte er an der Royal Academy of Music – eine durch und durch britische Verwurzelung. Doch seine heimliche Liebe gehört den deutschen Romantikern. So besucht er Deutschland, trifft Felix Mendelssohn Bartholdy, der ihn nach Leipzig und als Solist ins Gewandhaus einlädt. Dort […] mehr »


Top