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Johann Sebastian Bach, Béla Bartók

Solosonate a-Moll, Sonate Nr. 1 für Violine u. Klavier

Midori, Robert McDonald

Sony BMG 82796 97745-2
(60 Min., 1999, 2005) 1 CD

Über die emotionalen Aufs und Abs im Leben eines ehemaligen Wunderkindes hat Midori ihre Fans vor einiger Zeit in einer Autobiografie aufgeklärt, über die möglichen musikalischen Aufs und Abs klärt diese CD auf. Denn nach überstandener Krise und beendetem Psychologiestudium ist die japanische Geigerin, so wie sie sich hier mit Bachs zweiter Solosonate vorstellt, nicht zu alter Form zurückgekehrt. Völlig zerfahren wirken die beiden langsamen Sätze, die so sehr in die Länge gezogen werden (die Viertel im Andante sind etwa bei Tempo 30), dass jegliche metrische Perspektive verloren geht. Die ungemein differenzierte Notation Bachs: eine Steilvorlage, die ihre Adressatin offenbar wenig angeht. Zufällig und undeutlich auch die Artikulation der großen Fuge, deren Stimmführung nur noch schwer nachvollziehbar ist, und ebenso des abschließenden Allegros. Besser gelingt Midori in einer Aufnahme von 1999 das Finale von Bartòks erster Sonate für Violine und Klavier, energischer, kompakter und wesentlich durchsetzungsfähiger. Stärkere Schwankungen, sicher auch bedingt durch Bartòks nervenaufreibende Schreibweise, in den ersten Sätzen: Midoris moment-versessenes Spiel wirkt zu kleinteilig, gelegentlich regelrecht unkonzentriert, und ist in seiner dynamischen Zerfranstheit nicht immer auf gleicher Augenhöhe mit dem Partner Robert McDonald. Hoffentlich war das nicht das letzte Wort in ihrer so erstaunlichen Karriere.

Raoul Mörchen, 28.03.2008



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