Responsive image

Live

Grupa, Bodek Janke, Kristjan Randalu

JAZZ’N’ARTS/Soulfood 3708
(50 Min., 5/2007) 1 CD

Preisrichtern und Publikum verschlug es die Sprache beim Auftritt des Duos(!) Grupa/Janke/Randalu anlässlich des Laureatenkonzertes des Baden-Württembergischen Jazzpreises 2007. Selten hat jemand Deutschlands höchstdotierten Jazzpreis verdienter gewonnen als der Pianist Kristjan Randalu. Er stammt aus Estland, wuchs in Karlsruhe auf, studierte in Deutschland und New York und ist mit knapp 30 Jahren Dozent an der Hochschule der Baden-Metropole. Aber nicht der Werdegang ist es, der diesen Mann zu einer Ausnahmeerscheinung macht, auch nicht eigentlich seine stupende Technik, nein, es ist diese ungeheure Spielenergie, gepaart mit umwerfendem Spielwitz, mit der er ebenso feinfühlig wie kraftvoll klassisches europäisches Repertoire, heimatliche Folklore, amerikanische Standards und Eigenes anpackt. Aberwitzige Variationen wandern da durch Bass und Diskant, tanzen unbekümmert in ausgebufftesten Taktarten. In dem Schlagzeuger Bodek Janke hat er einen kongenialen Partner. Schon in Jugendtagen spielte er mit diesem aus Polen gebürtigen Musiker zusammen. Kaum eine andere Besetzung erlaubt derartig intensive Interaktionen und radikale Offenheit wie ein Duo mit Schlagzeug. Beim Preisträgerkonzert reizten Randalu und Janke die Möglichkeiten dieser Besetzung lustvoll bis an die Grenzen aus, musizierten mit einer einmaligen Mischung aus höchster Kontrolle und bedingungsloser Risikobereitschaft. Kurz: Dieser Livemitschnitt ist ein Paukenschlag und sinnlich-musikantisches Ereignis – und schon zu Jahresbeginn ein heißer Anwärter auf den Titel der Platte des Jahres. Die launig überdrehte Anspielung mit dem dritten Namen in der Bandbezeichnung übersieht man da gerne.

Thomas Fitterling, 07.03.2008



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Auf zu neuen Ufern: Wer nun zum zweiten Advent schon die Nase gestrichen voll hat von der Weihnachtsmarktbeschallung, aber noch immer nicht so richtig in Stimmung gekommen ist, kann es mal mit einem Seitenblick probieren. Die lange Chortradition der Briten hat ein reiches Weihnachtsliedrepertoire entstehen lassen, darin finden sich mittelalterlich-herbe Melodien, festlich-eingängige Choräle und auch harmonisch üppige Chorsätze der Romantik, die es mit Brahms und Reger spielend aufnehmen […] mehr »


Top