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Blind Date

Loren Stillman

Pirouet 3024
(50 Min.) 1 CD

Ganz langsam spielt sich Loren Stillman an die Spitze der zeitgenössischen Altsaxofonisten. Die neun Stücke auf "Blind Date" überzeugen durch ausgefeilte Arrangements, in denen Stillman, der Pianist Gary Versace, der Bassist Drew Gress und der Schlagzeuger Joey Baron sensibel aufeinander einge-hen. Stillman bläst herrlich überraschungsreiche Soli, in denen die rhythmische Vielfalt und Sprunghaf-tigkeit der M-Base kammermusikalisch verfeinert fortleben. "Shape Shifter" und "Legroom" sind pointi-listische Balladen, und "What other People Think" ist ein Parforceritt mit brillanten Saxofonsoli von Monk’scher Kantigkeit. In "Theme for a New Regime" dagegen erhebt er sich mit sprunghaften Kürzeln über einen vielschichtigen Puls von Bass und Schlagzeug, und in "Don’t Be too Nice" verschränkt er seine Melodien so variantenreich, dass man ihn für einen Schüler Ornette Colemans halten könnte, und zwei "Etüden" unterstreichen das kammermusikalische Musikverständnis des in London geborenen Amerikaners. Diese Musik brodelt – aber die permanente Hitze wirft keine Eruptionen an die Oberfläche. Dezent und elegant wirken die Nummern, und sind die Themen erst einmal eingeführt, erblühen sie in schöner Pracht. Stillman bläst sein Altsaxofon mit einer Fülle an Klangfarben: Mal fast so spitz wie ein Sopransaxofon, mal weich und wohlig, mal kraftvoll und energiegeladen. Dass einer so differenziert spielt, ist selten.

Werner Stiefele, 29.02.2008



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