home

N° 1298
25. - 31.03.2023

nächste Aktualisierung
am 01.04.2023



Joseph Haydn

Die Schöpfung

Judith Blegen, Thomas Moser, Kurt Moll, Lucia Popp, Kurt Ollmann u.a., Chor des BR, Symphonieorchester des BR, Leonard Bernstein

Deutsche Grammophon 419 765-2
(1986) 2 CDs



Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen

Joseph Haydn

Die Schöpfung

Edita Gruberova, Josef Protschka, Robert Holl u.a., Arnold Schoenberg Chor, Wiener Symphoniker, Nikolaus Harnoncourt

Teldec/Warner Classics 2292- 42682-2
(1986) 2 CDs, Komponiert: 1796/97, Uraufführung: 1798 in Wien



Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen

Grundsätzlich ist C-Dur eine ziemlich gewöhnliche - um nicht zu sagen: langweilige - Tonart. Im Schulterschluss von Haydn und Bernstein freilich gewinnt C-Dur die Dimensionen eines außergewöhnlichen Ereignisses. Nachdem zum Zwecke der “Vorstellung des Chaos” (Ouvertüre) zunächst kein funktionell-harmonischer Halt in Sicht ist - “Die Erde war ohne Form und leer”, singt Raphael, bei Bernstein ein Erzengel mit dem unverkennbar sprechenden Timbre von Kurt Moll -, fasst einen die plötzliche Tonika an wie eine Urgewalt. Und es wird Licht!
Wenn Leonard Bernstein dieses anzündet, brennt erwartungsgemäß keine Funzel, sondern ein wahres Feuerwerk. Und auch im weiteren Verlauf des Oratoriums legt der befeuernde Amerikaner unter all das kräftig Zunder, was (zumindest dem Text Gottfried van Swietens nach) ansonsten aus heutiger Perspektive oft zu einer gewissen Betulichkeit neigt.
Wem philologische Korrektheit im allgemeinen und die historische Aufführungspraxis im besonderen am Herzen liegt, der mag der Einspielung Nikolaus Harnoncourts den Vorzug geben, die übrigens zu den wenigen unumstrittenen Aufnahmen des Alte-Musik-Pioniers zählt. Auch von Harnoncourt wird man bestens - was den Chor angeht, sogar besser - bedient als bei Bernstein, zudem geraten instrumentale Details selbst in verborgensten Nischen hier so plastisch wie sonst nirgends. Dennoch muss ich gestehen, dass ich dem Demagogen Bernstein, seinem sehr persönlichen und überaus temperamentvollen Zugriff auf Haydns Aufklärungs-Oratorium trotzdem immer wieder wehrlos erliege.

Susanne Benda




Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Nach seiner viel beachteten Aufnahme der 7. Sinfonie setzen François-Xavier Roth und das Gürzenich-Orchester Köln ihre Bruckner-Gesamteinspielung fort. Die „Romantische“, wie Anton Bruckner seine vierte Sinfonie selbst betitelt, komponierte er 1874 inmitten einer Zeit persönlicher Niederlagen. Und er zweifelt sofort an seinem Werk, bezeichnet manche Stellen als „unspielbar“ und findet die Instrumentation „hie und da überladen und zu unruhig“. Erst Jahre später, nach […] mehr


Abo

Top