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Johannes Brahms, Wolfgang Amadeus Mozart

Klavierquartette Nr. 1 g-Moll (KV 478), Nr. 1 g-Moll op. 25

Klavierquartett Wien

Paula/Disco-Center PACD 108 
(65 Min., 2/1998) 1 CD

Hier wienert es gewaltig, bietet doch das Klavierquartett Wien das jeweils erste, in g-Moll komponierte Klavierquartett der beiden Wahl-Wiener Mozart und Brahms. Nomen est omen, möchte man meinen, betonen die drei Wiener philharmonischen Herren Daniel Froschauer, Helmut Weiss und Jorgen Fog samt ihrer Tokioter Pianistin Yoko Fog-Urata doch weniger das drängende, respektive jugendlich-impulsive Moment beider Werke als vielmehr die “klassische” Ausgewogenheit der Satzstrukturen.
In gemäßigten Tempi, ohne wirklich beherzten Zugriff werden die Ecksätze präsentiert. Was bei Mozart noch als formale Ausgewogenheit anspricht, das bleibt beim jugendlich forschen und verliebten Brahms und seiner verkappten Sinfonie mit Klavier (die Schönberg bekanntlich orchestriert hat) zu brav.
Zweifellos weisen die beiden sanft fließenden und gesanglichen Mittelsätze sorgfältig herausgearbeitete Schönheiten auf, das Ensemblespiel ist makellos, die Kantilenen, vor allem des Cellos, haben Schmelz, und auch die typisch Brahmsschen Eigenheiten der verschiedenen gleichzeitigen Rhythmen werden mustergültig herausgearbeitet. Und doch bleibt das unterm Strich zu wenig: Vor allem für das abschließende “Rondo alla Zingarese” wünscht man sich mehr Furor, weniger Korrektheit. Zudem lässt die wenig plastische, volumenarme Aufnahmequalität zu wünschen übrig.

Christoph Braun, 30.04.1998



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