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Ludwig van Beethoven, Luigi Dallapiccola, Felix Mendelssohn Bartholdy, Maurice Ravel

Klavierwerke

Nikita Magaloff

Orfeo 4 011790 531120
(67 Min., 8/1969) 1 CD

In Deutschland kamen Pianisten wie Nikita Magaloff nie auf einen grünen Zweig. Seine Triumphe feierte er im romanischen Kulturkreis. Das war - auch wenn er ein anderes Temperament war - bei Samson François ebenso. Tugenden wie kultivierte Leichtigkeit und Scharm konnten zu Zeiten, als ein Backhaus oder Arrau noch eine ganz anderen Musikbegriff lebendig hielten, in Deutschland nicht wirken. Deren tiefen Adagio-Ernst brachte ein Magaloff nicht mit.
Heute ist es kaum leichter, eine solche Kunst zu würdigen. Zwar ist der deutsche Interpretationstiefsinn nurmehr Worthülse für uns Rezensenten, doch in Zeiten, wo spektakulär inszenierte Emotionalität die Massen üher alle Grenzen hinweg hinreißt, muss man sich um das diskret-geistvolle Spiel Magaloffs schon sehr bemühen.
Teilweise war das Salzburger Programm vom 7. August 1969 ungewöhnlich. Sowohl Mendelsssohns B-Dur-Sonate als auch Dallapiccolas entzückende Sonatina canonica sind Raritäten. Besonders dfie Sonatina bezaubert unter Magaloffs Händen. Dass er auch explodieren konnte, belegt die "Appassionata" - nur behält er eben auch beim explodieren den Frack an und er schwitzt nicht.
Das tat er auch in Ravels gefürchtetem "Scarbo" nicht. Er verweigert dem Stück die verbissene Attacke und bietet statt dessen eine lockere Krampflosigkeit, die das Konzertpublikum offenbar glauben ließ, allzu schwer könne das Ganze doch nun auch nicht gewesen sein. Vermutlich darum plätschert der Applaus etwas verhalten nach diesem "Gaspard" eines Gentleman, der es unvornehm gefunden hätte, sich zu echauffieren. Vielleicht verzeihen wir Künstlern hierzulande die Mühelosigkeit immer noch ungern.

Matthias Kornemann, 30.11.2000



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