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Diverse

Piano Extravaganza - 10. Verbier-Festival

Leif Ove Andsnes, Nicholas Angelich, Martha Argerich, Emanuel Ax, Jewgenij Kissin, Lang Lang, Mikhail Pletnev, Staffan Scheja u.a.

RCA 82876 60942 9
(118 Min., 7/2003)

Das ist die Arena, der Kampfplatz, auf dem die Interpreten schwitzen und vor dem Glenn Gould uns gewarnt hat, die Aufführung gerate zum athletischen Spektakel. Drei zu eins für Mozart. Beim Konzert zum zehnten Geburtstag des Verbier-Festivals 2003 trat eine Mannschaft von zehn Pianisten an, und - das ist zu sehen - sie hatten ihren Spaß, und das Publikum dazu. Die Literatur für acht Klaviere ist dünn gesät, eigentlich gibt es da gar nichts, also greift man zu Bearbeitungen. Acht Pianisten von Weltruf auf einem Konzert, das ist selten. Die größere Schwierigkeit, so Festivaldirektor Martin Engström, war allerdings, acht gleichwertige Konzertflügel in das Schweizer Bergdorf zu bekommen.
Aber zunächst steigern wir uns langsam. Wir beobachten Martha Argerich und Evgeny Kissin mit der Sonate zu vier Händen KV 521 von Mozart (hier fälschlicherweise als Sonate für zwei Klaviere angekündigt), besonders von Kissin sehr leicht und luftig intoniert, und dann Smetanas Sonate in einem Satz für zwei Klaviere und acht Hände. Hier betätigen sich Leif Ove Andsnes, Emanuel Ax, Evgeny Kissin und James Levine in diesem natürlich selten gehörten Stück. Die eingängigen Melodien mischen sich mit hübschen Wechseln zwischen Dur und Moll, und den Pianisten gelingt eine inspirierte und lebensfrohe Aufführung.
Zeit für ein erstes Geburtstagsständchen, augenzwinkernde "Happy Birthday Variations" von Peter Heidrich, dann wird es noch einmal ernst mit dem Konzert für vier Klaviere und Orchester von Bach, mit Argerich, Kissin, Levine und Mikhail Pletnev. Auch hier eine gediegene Interpretation, bei der höchstes die Karton-Akustik des Festivalzelts negativ auffällt.
Schließlich versammeln sich alle acht Pianisten, um Rossini (Ouvertüre zu "Semiramis"), Wagner ("Walkürenritt"), Gottschalk ("L’Union: paraphrase de concert sur les airs nationaux") und Rimskij-Korsakow ("Hummelflug") zum Besten zu geben; Barbara Hendricks singt noch einmal "Happy Birthday", und, ja, das Spektakel ist dann eben doch recht vergnüglich. Wer einmal viele seiner Lieblingspianisten zugleich im Konzert (und in zusätzlichen Aufnahmen auch bei Proben und Kommentaren hinter den Kulissen) sehen möchte, findet auf dieser DVD reichlich Stoff zur gepflegten Unterhaltung.

Matthias Reisner, 13.11.2004



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