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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Sebastian Bach, Richard Wagner, Hector Berlioz, Sergei Rachmaninow, Sergei Prokofjew

Midnight At Notre-Dame

Olivier Latry (an der Orgel von Notre Dame Paris)

DG /Universal 474 816-2
(61 Min., 11/2003, 12/2003) 1 CD, SACD-Hybrid Multichannel (in Stereo auch auf CD-Spieler abspielbar)

Die Notre-Dame-Kathedrale ist Pflichtprogramm eines jeden Paris-Besuchs. Der Eindruck des markanten Bauwerks wird noch gesteigert, wenn die mächtige Cavaillé-Coll-Orgel aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erklingt.
Wer sich akustisch in den Sakralraum begeben möchte - und das beeindruckend im Mehrkanalklang - der kann nun ein einstündiges ungewöhnliches Programm erleben: es erklingen ausschließlich Bearbeitungen. Zunächst stutzt man, wenn die berühmte Bach’sche Chaconne für Solovioline im Orgelplenum dargeboten wird oder ein Rachmaninow-Prélude nicht auf Klavier. Der Charakter der Werke ändert sich beträchtlich, doch die Arrangeure, die fast alle selbst berühmte Organisten waren, haben die Orgelidiomatik aufgegriffen, mit den zahlreichen Klangfarben und der Ausweitung von Dynamik und Tonumfang gespielt.
Notre-Dame-Organist Oliver Latry, unter Orgelkennern gilt er als einer der besten seines Fachs, kann seine Erfahrung mit dem Instrument des romantischen Orgelbauers, das durch Umbauten zwar nicht mehr originalgetreu, dafür aber klanglich üppig ausgestattet, effektvoll in Szene setzen. Der Virtuose Latry meistert die spieltechnischen Herausforderungen gewohnt souverän. Besonders wirkungsvoll gerät seine Interpretation der Liszt-Bearbeitung des Wagner’schen Tannhäuser-Chores mit Extremen an Dynamik und Tonumfang; bei den Pedaleinsätzen kommt der auf der SACD eingefangene Raumklang besonders gut zum Tragen. Betörend in ihrem Ausdruck sind demgegenüber die Bach-Bearbeitungen, besonders der Choral "Ertöt’ uns durch dein’ Güte" mit der Choralmelodie im Cromorne-Register.
Ein beeindruckendes Orgelrezital mit ungewohntem Repertoire.

Peter Overbeck, 21.08.2004



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