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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Diverse Komponisten

It Ain't Necessarily So. Legendary Classic and Jazz Studio Takes

Jascha Heifetz

Deutsche Gramophon 00289 477 6269
(127 Min., 1944 - 1946) 2 CDs

Sein großes Talent hat Jascha Heifetz zeitlebens gern auch für kleine Dinge eingesetzt: für musikalische Petitessen, für süße Nebensächlichkeiten von bedeutenden und nicht so bedeutenden Meistern, für virtuose oder auch bloß sentimentale Arrangements beliebter Klassiker und Schlager. Viele davon hat Heifetz, wie übrigens fast alle Geiger damals, selbst bearbeitet und dabei auch kompositorische Untiefen mit nobler Geste sehr elegant durchschifft. Wie im Falle des Zugabenkönigs Fritz Kreisler hat bei Heifetz gerade darin der Reiz solcher Unternehmungen gelegen: dass der wahre oder auch nur vermeintliche Schmachtfetzen von einem Künstler neu beleuchtet wird, dessen gesamtes Auftreten von vornehmer Distanz und gerade nicht von Aufdringlichkeit geprägt ist. Für Kitsch war Heifetz schlichtweg zu arrogant, und selbst wenn er sich auch auf der vorliegenden Veröffentlichung hin und wieder altmodische Verschleifungen erlaubt und kleine Seufzer, so schwebt Heifetz noch durch eine ausgemachte Schnulze wie Hermann Löhrs "Where My Caravan Has Rested" (im gemütlich-schluchzenden Duett mit Bill Crosby!) mit solcher Nonchalance, dass man fast versucht ist, von einem kleinen Kunstwerk zu sprechen. Die zwischen 1944-46 in einem einmaligen Techtelmechtel für DECCA entstandenen und nun erstmals in diesem Umfang wieder aufgelegten Einspielungen, darunter viele der bekannten Gershwin-Arrangements, leben allerdings mehr noch von Heifetz' Spontaneität als von seiner sonst fast sprichwörtlichen technischen Perfektion. Allzu lange aufhalten mit der Aufnahme solcher Miniaturen wollte er sich offensichtlich nicht (einige Takes hätte er unter geigerischen Gesichtspunkten durchaus noch einmal wiederholen können), doch sind es gerade die wenigen verbliebenen, winzigen Unebenheiten, die dem sonst so makellosen Spiel dieses großen Musikers eine ungewöhnliche, menschliche Intensität verleihen.

Raoul Mörchen, 01.12.2006



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