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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Diverse

The Berlin Philharmonic Story - Die Geschichte eines großen Orchesters

Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Claudio Abbado, Simon Rattle u.a.

EuroArts/Naxos 2051808
(60 Min., 2001) 1 DVD

Ihr 125-jähriges Orchesterjubiläum werden Deutschlands Hauptstadtmusikanten Nr.1 2007 feiern. Und schon jetzt laufen die medialen Vorbereitungen auf dieses Ereignis auf Hochtouren. Während die 12 CD-Box "Berliner Philharmoniker - Im Takt der Zeit" auch mit musikalischen Raritäten die Orchestergeschichte aufarbeitet, ist gleichzeitig ein schon 2001 produziertes Feature von Günter Atteln über die Berliner Philharmoniker erschienen. Der aufmerksame Chronist vermutet dementsprechend richtig, dass Simon Rattle da nur eine Randnotiz ist, er sich als designierter Chefdirigent immerhin in seiner typisch eloquenten Art auch über den Selbstfindungsprozess von Berlin als Kulturmetropole äußern darf. Überhaupt sind gerade die letzten Minuten dieser ansonsten sorgfältig aufgearbeiteten und mit zahlreichen Zeitzeugenstimmen komplettierten Dokumentation mehr als nur verschenkt. Wie im schlechten Werbetrailer, der auch vom Tourismus-Büro-Mitte stammen könnte, wird da in Plattitüden und zum biederen Glenn Miller-Swing der Schmelztiegel Berlin angepriesen.
Glücklicherweise garantieren eben wenigstens die vorausgegangenen 50 Minuten einen Einblick in das Phänomen "BPO", das tatsächlich in seiner langen Ära bis 2001 auf gerade mal ein halbes Dutzend Chefdirigenten gekommen ist. Und wenn sich nicht nur Orchestermusiker im Ruhestand über die Ära "Wilhelm Furtwängler" äußern, ist man doch erstaunt, wie er immer noch präsent ist. Trotz des Egomanen Herbert von Karajan und des ungemein geschätzten Claudio Abbados, weil er die Karajan´sche Klangdichte entlüftete und zudem die Selbstverantwortung des einzelnen Musikers vorantrieb. So auskunftsfreudig nicht zuletzt altgediente Musiker wie Kontrabassist Klaus Stoll auch die dunklen Zeiten zwischen 1933 und 1945 nicht aussparen, so erfährt man leider nichts darüber, ob und in welchem Umfang man sich in den kommenden Jahrzehnten um eine Rückkehr von Sergiu Celibidache bemüht hat. Schließlich hat er es dem Orchester, das er nach 1945 für einige Jahre leitete, nie verziehen, dass man nach Furtwänglers Tod nicht ihn, sondern Karajan zum Nachfolger wählte.

Guido Fischer, 27.10.2006



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