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Frederic Mompou

Klaviermusik Vol. 1

Jordi Masó

Naxos 8.554332
(72 Min., 9/1997) 1 CD

Diese Besprechung widme ich einem Leser: Herrn Reinhard Franzkeit aus Hamburg. Er hat Frederic Mompous Klaviermusik vor einigen Wochen auf der RONDO-Internet-Seite in der Rubrik “Meine Platte” enthusiastisch gelobt - mit Recht. Er wüsste sicher auch, was für einen Rotwein man in Barcelona trinkt. Wenn des Alltags Sorgen endlich versinken, man die Füße hochlegen darf, man vielleicht zu einem guten Tropfen greift, ist es Zeit für Mompou.
Aber für Alkohol und die Klaviermusik dieses störrischen Katalanen gilt gleichermaßen: Suchtgefahr! Die Inspiration für viele seiner vierzehn “Cançons i dansas”, die er zwischen 1918 und 1962 komponierte, schöpfte Mompou nach Lehrjahren in Paris aus der Folklore seiner Heimat. Sie kleidet er hier in eine postimpressionistische Tonsprache, die mit ihrer strahlenden Vitalität noch heute mitreißt und dem Kitsch immer deswegen entrinnen kann, weil diese Melodien in ein mediterran klares Licht getaucht werden, das bei perfekter Aufnahmetechnik wohl noch differenzierter vor das Ohr des Hörers träte.
Jordi Masós pianistische Palette lässt indes keinen Wunsch offen. Das Auf und Ab von langsamer “Cançó” und schneller “Dansa” versetzt den Hörer jedenfalls in jenen Zustand sanft beschwipster Trance, der einen für noch mystischere Erfahrungen bereit macht: “Charmes” heißt unübersetzbar ein Zyklus fünf betörender Klangmagien: “um die Seelen zu durchdringen”, “Um zur Liebe anzuregen” oder einfach “Um zur Freude aufzurufen”. Da lässt sich der Hörer nicht lang bitten: Gerne, gerne, Señor Mompou.

Stefan Heßbrüggen, 30.06.1998



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