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Jenö Hubay

Violinkonzert Nr. 1 und 2, Suite für Violine und Orchester op. 5

Hagai Shaham, BBC Scottish Symphony Orchestra, Martyn Brabbins

Hyperion/Codaex CDA67498
(73 Min., 12/2004) 1 CD

Warum nicht mal Jenő Hubay spielen? Zu seinen Lebzeiten waren die Kompositionen des großen Geigers und Pädagogen (1858-1937) noch recht beliebte Gäste auf den Spielplänen von Konzert- und auch Opernhäusern, und das lässt sich durchaus nachvollziehen. Als Geiger und Freund der ebenfalls fleißig komponierenden Kollegen Joseph Joachim und Henri Vieuxtemps hat der Ungar Hubay die ganze Bandbreite europäischer Tonkunst am Fin de Siècle in einer charmanten und sehr bekömmlichen Melange vermischt, die man spöttisch "eklektisch" oder freundlicher auch "international" nennen mag. Dass Hubay nicht die kompositorische Statur etwa eines Johannes Brahms oder Claude Debussy hat und statt konzentrierter Arbeit im Material lieber von einem schönen Augenblick zum nächsten schweift, mag man gerne nachsehen, wenn man ihm heute gelegentlich wieder begegnet - wie etwa in dieser wunderbaren Ausgrabung der ersten beiden Violinkonzerte und eines verkappten Vorläufers, der Suite für Violine und Orchester op. 5. Wie gesagt: hohe Kunst klingt anders, doch die von Hagai Shaham und dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Martyn Brabbins sehr munter und sorgfältig eingespielte Trias macht schlichtweg Spaß beim Hören. Nicht selten klingt's wie Filmmusik avant la lettre - die Korngolds und Herrmanns haben da einige Jahrzehnte später nicht mehr allzu viel zulegen müssen.

Raoul Mörchen, 02.06.2006



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