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Benedict Anton Aufschnaiter

Dulcis Fidium Harmonia op. 4

Ars Antiqua Austria, Gunar Letzbor

Arcana/helikon harmonia mundi A 313
(73 Min., 07/2002) 1 CD

So manche Komposition, die Jahrhunderte in Archiven geschlummert hat, ist zu Recht der Vergessenheit anheim gefallen. Doch den Namen Benedict Anton Aufschnaiter sollte man sich merken, auch wenn ihm das umfangreiche Musiklexikon New Grove gerade einmal eine Spalte widmet.
Geboren 1665 in Kitzbühel, wurde Aufschnaiter nach einigen Jahren in Wien 1705 Nachfolger des ungleich bekannteren Georg Muffat als Kapellmeister am Passauer Hof. Zwei Jahre zuvor hatte er seine hier eingespielte "Dulcis Fidium Harmonia op. 4" veröffentlicht, eine Sammlung von acht "Symphoniis ecclesiasticis cincinnata", zu Deutsch Kirchensonaten, die den vier Kirchenvätern Gregor, Ambrosius, Augustinus und Hieronymus sowie den vier Evangelisten gewidmet sind.
Es gibt eine nicht unbedingt moderne, aber sehr reizvolle Musik zu entdecken. Sie ist bei der auf historischen Instrumenten und Nachbauten musizierenden Ars Antiqua Austria unter Leitung von Gunar Letzbor in den besten Händen. Aufschnaiters spannungsreiche Harmonik in den langsamen Sätzen wird genüsslich ausgekostet, die schnellen und fungierten Sätzen besitzen die notwendige Strenge aber auch genügend Drive (besonders durch die markante Erzlaute) und insgesamt ist die Balance gut durchgehört und klanglich abwechslungsreich gestaltet. Die aufnahmetechnisch räumliche, zugleich aber ausreichend deutliche Abbildung unterstützt den sehr positiven Gesamteindruck. Bleibt zu hoffen, dass es bald mehr von Aufschnaiter zu hören gibt!

Peter Overbeck, 01.01.1970



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