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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Paul Dukas

Ariane et Barbe-Bleue

Lori Phillips, Patricia Bardon, Peter Rose u.a., BBC Singers, BBC Symphony Orchestra, Leon Botstein

Telarc CD-80680
(114 Min., 1/2007)

Paul Dukas’ Oper "Ariane et Barbe-Bleue", fertiggestellt im Jahre 1907, gehört zu den verkannten Geniestreichen des 20. Jahrhunderts. Maurice Maeterlinck lieferte das Libretto; es basiert auf der verbreiteten Blaubart-Märchentradition, die, im Laufe der Zeit vielfach variiert, bis ins ausgehende 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen ist. Dukas gelang eine musikalisch überaus mitreißende Vertonung von großer musik-immanenter wie auch szenisch-musikalischer Dichte. Das Werk hatte seinerzeit einen guten Start, geriet aber in Vergessenheit. John Eliot Gardiner initiierte und dirigierte eine vielbeachtete Neuproduktion an der Zürcher Oper, die Anfang 2005 Premiere hatte; die vorliegende englische CD-Produktion, entstanden exakt zwei Jahre später, könnte vor diesem Hintergrund zusätzlich befördernd wirken für eine Renaissance des Meisterwerks. Allerdings kommt die interpretatorische Qualität dieser Einspielung dem Werk nicht zugute: Schon der katastrophal missglückte Kraut-und-Rüben-Gesang des Chores (es handelt sich immerhin um die BBC Singers!) in der Anfangsszene lässt nichts Gutes erwarten. Als wenig beglückend erweisen sich dann bald auch die Sängerinnen der beiden Hauptpartien: Lori Phillips (Ariane) liefert ebenso müden und unidiomatischen Gesang wie auch Patricia Bardon (Nourrice), in deren Stimme zusätzlich noch ein schepperndes Nebengeräusch irritiert. Vielleicht jedoch kann diese bedauerlich schwache Neuproduktion wenigstens marginal zur Popularität von "Ariane et Barbe-Bleue" beitragen: Sie gibt immerhin Anlass, die einzige andere erhältliche Gesamtaufnahme wärmstens zu empfehlen: Sie entstand im Jahre 1968 unter Tony Aubin mit einer weitgehend vorzüglichen französischen Sängerbesetzung und bringt trotz aufnahmetechnischer Schwächen das Werk als Ganzes – selbst den Orchesterpart – ungleich viel besser zur Geltung als Leon Botsteins vorliegender Versuch.

Michael Wersin, 11.08.2007



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