Louis-Nicolas Clérambault

Kantaten (La Mort d'Hercule, Poliphème) u. a.

Luc Coadou (Bass), Le Concert Spirituel

Naxos 8.553743
(66 Min., 3/1996) 1 CD

Allenfalls Organisten und Cembalisten dürfte der Name Louis-Nicolas Clérambault geläufig sein. Um so verdienstvoller ist die Veröffentlichung von Kammermusik und Kantaten des französischen Hofkomponisten des Hochbarock, dessen Name schließlich von der Musikgeschichte zugunsten seines Nachfolgers Rameau vergessen wurde.
Seinen Zeitgenossen galt Clérambault allerdings als der Größte, auch seinem Dienstherrn Ludwig XIV. Es waren seine Kantaten, aufgrund derer ihn der Sonnenkönig zu seinem respektive seiner Madame de Maintenon “superintendant” ernannte. “Er ließ ihm”, so heißt es lexikalisch trocken und bezeichnend, “mehrere Dichtungen zur Komposition übergeben”. So entstanden auch die beiden hier eingespielten Kantaten “La Mort d’Hercule” und “Poliphème”.
Luc Coadou, Experte in Sachen französischer Barockoper, vermag sich mit seinem agilen Bass in die plastische Tonsprache Clérambaults - mit Herkules’ Liebesschmachten, seinem “fureur” und Krieg mit den “monstres” sowie dem traurigen Abgesang - bestens einzufühlen. Auch den nahezu unveröffentlichten “Simphonias” vermögen die vier “Solistes du Concert Spirituel” - gewissermaßen die Ururenkel der 1724 eingerichteten Pariser geistlichen Kapelle - mit Akkuratesse Luftig-Leichtes zu entlocken und so das damalige Amüsement der gespreizt-manierierten Hofschranzen auch zu unserem zu machen.

Christoph Braun, 31.05.1998



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