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George Enescu

Orchesterwerke: Sinfonien Nr. 1-3, Suiten Nr. 1-2 u.a.

Bukarester Philharmoniker"George Enescu", Cristian Mandeal

Arte Nova 74321 49145 2
(1993 - 1996) 4 CDs

Er wurde 1881 geboren, im selben Jahr wie Bartók. Und auch für George Enescu war die Musik seiner Heimat - Rumänien - ein steter Quell der Inspiration. Zwei Sphären sind in seinem Schaffen zu unterscheiden: Da gibt es zum einen jene schwungvollen Reißer, mit denen er das kontinentale Orchesterrepertoire bereichert hat (am bekanntesten sind wohl die beiden “rumänischen Rhapsodien”, deren erste in der vorliegenden Einspielung von den Bukarester Philharmonikern “George Enescu” mit der nötigen Verve vorgetragen wird). Darüber hinaus sind aber auch die Versuche Enescus in der großen sinfonischen Form von nicht nur historischem Interesse. Da Enescu den größten Teil seines Lebens in Frankreich verbrachte, entwickelte er eine Tonsprache, wie sie auch bei Roussel oder Chausson zu finden ist, steigert sie jedoch ins Bizarre, gelegentlich förmlich Groteske: So endet seine 1918 fertiggestellte dritte Sinfonie in einem ausladenden Lento-Finale mit Chorvokalise und Orgelklängen.
Auch hier sind die Musiker aus Bukarest mit hörbarem Engagement bei der Sache - was allerdings nicht immer reicht, denn diese Musik muss nicht nur sauber (woran es in den hohen Geigenlagen auch ganz schön hapert), sondern auch mit einer gewissen klanglichen Raffinesse zelebriert werden, um den entsprechenden Breitwandeffekt erzielen zu können. In der ersten Sinfonie (deren Entstehungsjahr im sehr unbefriedigend ausgestatteten Beiheft nicht angegeben ist) sind es eher die Blechbläser, vor allem die Posaunen, denen im heldischen Getümmel des Kopfsatzes schon mal intonatorisch die Spucke wegbleibt. Wer solche Schwächen in Kauf nehmen mag, kann hier indes spannende, eingängige und häufig sogar richtig aufregende Musik zum Sparpreis kennenlernen. Langweilig wird es einem jedenfalls selten …

Stefan Heßbrüggen, 30.06.1997



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