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Alfred Schnittke

Sinfonie Nr. 7, Cellokonzert Nr. 1

Alexander Iwaschkin, Russisches Staatsorchester, Walerij Poljanksi

Chandos/Koch CHA 095115985229

Den 1998 verstorbenen Russen Alfred Schnittke kennt man zum einen als Komponisten postmoderner Musikmontagen, zum andern als Schöpfer extrem expressiver Kammermusik: Sein Streichtrio zählt zu den eindrücklichsten Beiträgen zum Genre, die ich kenne. Schnittkes Siebte Sinfonie und sein Cellokonzert scheinen beide Sphären zu verschränken. Manche Gruppen des Orchesters werden in schrill-dissonanten Klangschichtungen aufeinander losgelassen, andere konterkarieren dieses Dauerlamento mit ironisch gebrochenen "Einspielungen", etwa Blech-Chorälen.
Das Staatliche Russische Sinfonieorchester ist ein guter alter Bekannter: Früher hieß es Sowjetisches Philharmonisches Orchester und wurde von Gennadij Roschdestwenskij geleitet. Heute steht ihm Roschdestwenskijs Schüler Walerij Poljanski vor. Leider legt diese CD klingendes Zeugnis ab vom postsozialistischen Niedergang der russischen Orchesterkultur. Nicht bloß Intonationsschwächen und mangelnde Präzision, sondern auch völliges Unverständnis für die witzig-subversiven Momente dieser Musik stehen einer angemessenen Interpretation der Werke im Wege: Zu hoch scheint dafür der Leidensdruck dieser einstmals zu Recht gerühmten Musiker. Das wenig idiomatische, portamento-lastige Spiel und der herb wirkende Ton des Cellisten Alexander Iwaschkin trägt ebenfalls wenig zum Gelingen dieses Vorhabens bei.

Stefan Heßbrüggen, 07.09.2000



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