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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Josef Suk

Klavierwerke

Risto Lauriala

Naxos 8.553762
(73 Min., 12/1996) 1 CD

Der große Geiger und Komponist Josef Suk, ein Schwiegersohn Anton Dvoráks, spielte nebenbei auch Klavier, folgerichtig ist seine Klaviermusik eine Nischenmusik - episodisch, stimmungsmalend, genrebildhaft. Aber auch sanfter Träger intimer Inhalte: Den Zyklus "De Maman" (Von der Mutter) komponierte der Witwer 1907 für seinen kleinen Sohn, nicht dass er ihn spiele (zu anspruchsvoll), sondern damit die Erinnerung an die verstorbene Mutter auch auratisch wachbliebe. Jeder Titel ein Programm: "Als Mutter noch ein kleines Mädchen war", "Einst im Frühling", "Wie Mutter des Nachts für ihr krankes Kind sang", "Von Mutters Herz" und, abschließend, die "Souvenirs", was mit "Andenken" zutreffend doppeldeutig zu übersetzen wäre.
Fünf Kleinode von nostalgischer Melodik und unaufdringlich farbiger Harmonik, hier von dem Finnen Risto Lauriala vielleicht etwas zu kraftstrotzend hingestellt. Lauriala scheint ein Absolvent der Olli-Mustonen-Schule für brillantes, aber nicht sonderlich nuancenreiches Klavierspiel zu sein, er ist ein Kraftpaket, wo ein Sensibling wie András Schiff richtiger wäre. Aber da Schiff nie Suk eingespielt hat und auch sonst kaum einer, soll die CD willkommen sein, zumal sie mit kernigem Klavierklang in guter Perspektive erfreut.
Außer den wirklich wichtigen Mini-Porträts der Frau und Mutter gibt es noch die sechs Klavierstücke op. 7, die sich der Salonmusik nähern (auch sie allerdings sehr farbig) und fünf weitere Piècen, deren Titel "Nálady" (Stimmungen) über all diesen musikalischen Genrebildern stehen könnte. Auch hier ist das zarter, als es gespielt wird - Laurialas pianistische Bravour suggeriert eher Alkan als Suk. Allerdings muss man hinzufügen: Ein Tasten-Buchstabierer wäre schlimmer, eigentlich sollte man dankbar sein, diese Raritäten von einem seiner Mittel so sicheren Pianisten zu bekommen. Den Rest kann man sich selber ausmalen.

Thomas Rübenacker, 28.02.2002



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin.
Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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