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N° 1229
27.11. - 03.12.2021

nächste Aktualisierung
am 04.12.2021



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Domenico Scarlatti

16 Sonaten

Konstantin Scherbakow

Naxos 8.55 4842
(64 Min., 1/2000) 1 CD

Die Sonaten Scarlattis sind eher ein Nebenschauplatz der derzeitigen Aufführungspraxis und werden es vielleicht auch immer bleiben. Sie gelten vielen als leichte Zugaben, doch wer die Interpretationen erst näher kennen gelernt hat, die bedeutende Pianisten hinterlassen haben, wird diese Werke als Mark- (und Stolper-)steine der Klavierliteratur sehen. Legendär sind die Aufnahmen von Horowitz (der mit "seinen" Sonaten auch eine gewisse Auswahl vorgegeben hat), elegant-distanziert spielt sie Pogorelich, durchdacht und lebendig die Einspielungen von Zacharias. (Dies für die Flügel-Seite, auf dem Cembalo ist Scarlatti vielleicht doch präsenter, denken wir an Ralph Kirkpatrick.)
Alle Sonaten - es sind 555 erhaltene Stücke - einzuspielen ist ein Großunternehmen, das sich Konstantin Scherbakov vorgenommen hat. Es dürften etwas über 30 CDs werden. Das Erfreuliche: Den Hörer erwartet hier keine billige (höchstens eine preiswerte) Massenproduktion, die zeigt, dass im Grunde alle Sonaten Scarlattis kleine Meisterwerke sind. Scherbakov ist sicher - genauso wenig wie Horowitz oder Pogorelich - kein Interpret, der Wert darauf legte, sich historischer Aufführungspraxis anzunähern, das zeigt schon die Wahl des Klaviers als Instrument. Seltsamerweise gedeihen Scarlattis Sonaten auch oder gerade unter den Händen etwas romantisierender Interpreten zu erlesenen Kostbarkeiten, denn sie brauchen so etwas wie eine Gratwanderung zwischen Verrücktheit und Normalität. Denn Scarlatti spielte immer wieder mit Hörerwartungen, beispielsweise beim raschen Wechsel von Dur und Moll.
Scherbakov ist ein grundsolider Interpret, der den Stücken Präsenz und Durchsichtigkeit gibt. Gelegentlich wünscht man sich in diesen Aufnahmen aber etwas von der Exzentrizität, die der Komponist offenbar selbst besessen hat, ein Aufleuchten an Narretei, einen kleinen, ausgelassenen Überschwang oder - hier ist es tatsächlich angebracht - eine kleine Übertreibung. Scherbakov spielt dagegen ausgeglichen, klassizistisch, nie über die Stränge schlagend. Wer sich mit mehr Sonaten beschäftigen möchte, als ihm vielleicht schon von Platte oder Konzertleben bekannt sind, dem sei diese Serie aber empfohlen.

Matthias Reisner, 12.02.2005



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Nicht Scherbakow sondern das Label NAXOS hat sich vorgenommen, alle Scarlatti-Sonaten (auf modernem Flügel interpretiert) zu veröffentlichen (mit unterschiedlichsten Interpreten). Echte Marktlücke!


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