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Thomas Arne, Johann Abraham Fisher, Thomas Alexander Erskine, John Christopher Smith

Syrens, Enchanters and Faries - 18th Century Overtures From The London Stage

Capella Savaria, Mary Térey-Smith

Dorian/In-Akustik 93251
(57 Min., 11/2001) 1 CD

Trösten wir uns mal so: Revivals unbekannter Opernkomponisten fangen meistens damit an, dass sich ein profilierungswilliges Orchester mangels Sängern an die Ouvertüren und Bühnenmusiken heranmacht. Trotzdem: was den Reiz der Londoner Musiktheaterszene nach Händel mit ihren Experimenten zwischen italienischer und landessprachlicher Oper, ihren Gratwanderungen zwischen Vorformen des Musicals und der durchkomponierten Oper mit oft witzigen bis skurrilen Texten ausmacht, das kann eine Kompilation wie diese nicht im entferntesten vermitteln. Allenfalls der harte Kern jener eingefleischten „Handelians“, die es nicht stört, dass sich ihr Meister bereits exzessiv selbst zitierte, wird sich über die Bekanntschaft mit dem Sohn von Händels Kopisten und kurzzeitigen Schülers John Christopher Smith freuen. Denn Smith‘ Ouvertüren sind kaum etwas Anderes als (immerhin authentisch) nachgeahmte Händel Ouvertüren. Wenn nun wenigstens die Capella Savaria das Beste aus den leicht dahingekritzelten musiktheatralischen Appetizern eines Arne oder Erskine machen würde! Aber das 1982 gegründete „Originalklang“-Ensemble - immerhin einst das Hausorchester der renommierten Göttinger Händelfestspiele - wirkt wie ausgeblutet. Die Intonation ist nachlässig und die Musiker wirken von allen delikateren Rhythmen überrascht. Und wie bieder klingt selbst die einst so populäre „schottische Gavotte“ aus der Ouvertüre zu Arnes „Thomas and Sally“! Vor allem wenn man weiß, dass gleich nach dem Öffnen des Vorhangs die tugendhafte Titelheldin von den zweifelhaften Ratschlägen einer höchst lebenslustigen Greisin verwirrt werden wird.

Carsten Niemann, 01.01.1970



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