Responsive image
Wolfgang Amadeus Mozart

Konzerte für zwei und drei Klaviere

Ronald Brautigam, Alexej Lubimov, Haydn Sinfonietta Wien, Manfred Huss

BIS/Klassik Center BIS-SACD-1618
(69 Min., 9/2006) 1 CD

Es leuchtet ein, dass Mozarts Konzerte für zwei und drei Klaviere von der Wiedergabe auf Hammerflügeln besonders profitieren. Erst der schlanke Ton der Originalinstrumente macht der galanten Konversation, aber auch den Mozart’schen Spielwitz mit seinen Pingpong-Effekten zwischen den Solisten wirklich hörbar. Zumindest, wenn Interpreten wie Ronald Brautigam und Alexej Lubimov an den Tasten sitzen. Denn die beiden Gratwandler zwischen historischem und modernem Flügel liefern Mozartspiel der absoluten Spitzenklasse. Alle Facetten Mozarts sind hier gegenwärtig: Der opernhafte Aplomb beispielsweise im spektakulären Unisono-Einstieg der beiden Solisten im Doppelkonzert, der mal unbeschwerte, mal melancholisch abgedunkelte schlichte Gesangston, aber vor allem auch die Spontaneität, die gerade dem Dialog zwischen den Solisten einen bisweilen fast improvisierten Charakter gibt. Da ist nichts von Mozart-Routine: Seismografisch genau reagieren Lubimov, Brautigam und die hellwache Wiener Haydn Sinfonietta unter Manfred Huss (der im Konzert für drei Klaviere zugleich den Juniorpart spielt) auf jede Note, machen bewusst, dass die Musik in jedem Takt eine andere Wendung nehmen könnte und halten den Hörer so von Anfang bis Ende in Bann. Eine Sensibilität, die auch in der Wahl der Instrumente zum Ausdruck kommt: Die leichten Unterschiede im Timbre der drei Flügel – Brautigams hat den brillanteren Ton, Lubimovs klingt etwas gedeckter – charakterisieren die duettierenden Stimmen fast wie einen Sopran und einen Mezzo in einer Mozartoper. Fabelhaft präsent aufgenommen ist die CD, die zusätzlich noch eine zweite Fassung des Doppelkonzerts mit Klarinetten, Pauken und Trompeten enthält, eine Mozart-CD für die einsame Insel.

Jörg Königsdorf, 28.12.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Das ging fix! In Schumanns „Haushaltsbuch“ kann man nachlesen, wenn auch gewohnt kryptisch, wie rasch er mit der Arbeit an seinem Klaviertrio op. 110 vorankam: „1. Okt. 1851 Kompositionsgedanken, 2. Okt. Triogedanken, 3. Okt. 1. Satz fertig, 4. Okt. 2. Satz, 5. Okt. 3. Satz, Freude, 27. Okt. Probe zum Trio zum ersten Mal, Freude.“ Dabei war Schumann sonst nicht unbedingt ein Schnellschreiber wie etwa Mozart. Doch die vier Sätze wirken wie aus einem Guss, wie in einem Schaffensrausch zu […] mehr »


Top