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Albert Roussel

Bacchus und Ariadne - Suiten Nr. 1 und 2 u.a.

Orchestre National de l'Île de France, Jacques Mercier

RCA/BMG 7 43216 06312
(61 Min., 10/1997) 1 CD

Als Jaques Mercier 1982 Chefdirigent des Orchestre National de l'Île de France wurde, übernahm er es von Jean Fournet. Wer Aufnahmen dieses glänzenden, in seiner Bescheidenheit unterschätzten Dirigenten anhört, bemerkt, dass er üppige Partituren, die sonst unter ihrer Überladenheit keuchen, etwa Dukas' "La Péri", nicht nur stechend scharf und durchhörbar bewältigt, sondern auch mit rigoroser rhythmischer Energie auflädt. Warum nun, frage ich mich, spielt dieses Orchester unter seinem Nachfolger in keiner der vier Aufnahmen, die ich mittlerweile kenne, auf solchem Niveau?
Gewiss ist diese Aufnahme der beiden Bacchus und Ariadne-Suiten nicht übel, nicht hörbar wackelig oder unsauber, aber glanz- und temperamentlos. Dabei handelt es sich hier um Orchester-Glanzstücke, die in ihrer mitreißenden Bewegtheit völlig aus dem späten Schaffen Roussels herausragen, das immer spröder, immer stiller wurde. Die zweite Suite mit ihrem aufwühlenden, bartókhaften Vitalismus ist vielleicht sogar das bekannteste seiner Werke geworden, und eigentlich könnte sie in einem wirklich spektakulär entfesselten Schluss gipfeln.
Nicht in dieser lahmen Produktion. Schon der Beginn mit seinen launischen Holzbläser-Tändeleien hängt bei Mercier schlaff durch, und die stampfenden Ostinatopassagen hören sich allenfalls nach schlappem Stapfen auf weichem Boden an. Das aufpeitschende Pulsen der gestrichenen Bernstein-Aufnahme ist fern, aber auch Tortelier (Chandos) gibt eine erregendere Vorstellung.

Matthias Kornemann, 07.12.2000



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