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N° 1230
04. - 10.12.2021

nächste Aktualisierung
am 11.12.2021



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Ludwig van Beethoven

Streichquartette op. 18 Nr. 3 und 4

Gewandhaus-Quartett

NCA/Naxos 60134-215,
(49 Min., 4/2003, 5/2003) 1 CD

Bevor Beethoven sich an die Komposition von Streichquartetten heranwagte, studierte er ausgiebig die großen Meister dieser Gattung, Mozart und vor allem Haydn. Es war ihm bewusst, dass das Streichquartett, das damals schon den Ruf der höchsten kammermusikalischen (und damit geistigen) Vollendung trug, immer etwas Besonderes, Außergewöhnliches in seiner Konzeption tragen sollte, und so war er jenseits der 30, als er die ersten Quartette in Druck gab. In den späten Streichquartetten hat Beethoven dann wie kein anderer die klassischen Formen revolutioniert, und diese Tendenz ist selbst in der Reihe der ersten sechs Quartette Opus 18 bereits an einigen Stellen vorgeprägt.
Doch zunächst empfängt uns im ersten Satz des Quartetts Nr. 3 noch heiterer Zopfstil, dessen Klang das Gewandhaus-Quartett vorbildlich zu treffen weiß. Diese Quartett-Vereinigung kann auf eine bis ins Jahr 1808 zurückreichende Tradition zurückblicken, die aktuelle Besetzung mit Frank-Michael Erben (1. Violine), Conrad Suske (2. Violine), Volker Metz (Viola) und Jürnjakob Timm (Cello) musiziert seit 1993 zusammen. Die Musiker sind nicht nur Meister des präzisen und ausgewogenen Zusammenspiels, sie schaffen eine Atmosphäre, die aus der Konzentration entsteht und sich auf den sich gern konzentrierenden Hörer überträgt. Es geht dem Quartett, bei aller Ausdrucksstärke, nicht ums Extreme, mehr um ein Juste-milieu, und das ist auch bei den frühen Quartetten mit Sicherheit angebracht. So wird auch der durch seinen rasch bewegten Rhythmus einprägsame letzte Satz des einzigen Moll-Quartetts aus dem Opus 18 (Allegro) unter den Bögen der vier Streicher keine wilde Raserei, sondern eher von einer Contenance geprägt, die ausufernde Expressivität zwar kennt, aber nur streift.

Matthias Reisner, 29.11.2003



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