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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Places

Brad Mehldau

WEA/Warner Jazz 9362-47693-2
(69 Min., 3/2000) 1 CD

Weise und gelassen, aufwühlend und doch entspannt, sanftmütig und zerrissen, melancholisch und zärtlich: Auf die Musik von Brad Mehldau passen viele Adjektive. Der dreißigjährige Amerikaner, einst als Sideman von Joshua Redman bekannt geworden, hat sich längst den Ruf eines Piano-Klassikers erspielt. Mit dem kühnen Titel "The Art Of The Trio" für vier aufeinanderfolgende Trioplatten lag er nicht einmal daneben: Er zelebriert mit dem Schlagzeuger Jorge Rossy und dem Bassisten Larry Grenadier die hohe Kunst des Trios tatsächlich so meisterhaft wie wenige andere.
Das ist auch bei der neuen Platte so, wobei die drei diesmal etwas weniger wolkenverhangen als früher musizieren. Auch die sieben Solotitel von Brad Mehldau wirken weitaus weniger introviertiert als die Meisterwerke seiner 1999 veröffentlichten CD "Elegiac Cycle". Dabei lohnt es sich, genau hinzuhören. So vertrackt, wie sich in "Los Angeles" die Melodie- und Begleitlinien überkreuzen, hat selten ein Jazzmusiker gespielt. Es scheint, als habe Brad Mehldau keine Mühe, mehrere Ideenstränge gleichzeitig zu denken und in aller Perfektion in Musik umzusetzen.
Mit "Places" begibt sich Brad Mehldau an Orte mit kräftigen Farben, hat aber auch seine Freude an nervösem Getümmel. Das Album ist mit Abstand die vielfältigste und schattierungsreichste Platte in Brad Mehldaus an großer Musik reichen Laufbahn.

Werner Stiefele, 07.09.2000



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