Responsive image

Grand Slam - Live At The Regattabar, Cambridge, Massachusetts

Jim Hall, Joe Lovano, George Mraz, Lewis Nash

Telarc/In-Akustik CD-83485
(60 Min., 1/2000) 1 CD

Lang ist es her, dass ein junger Gitarrist namens Jim Hall bei den "Jimmy Giuffre 3" und im Quintett von Chico Hamilton frei improvisierte. An die offenen Strukturen jener Formationen aus den fünfziger Jahren erinnert dieses Quartett, das Jim Hall mit dem Saxofonisten Joe Lovano aus der Taufe hob. Die vier übertragen die damalige Suche nach polyfonem Jazz in die Gegenwart. Wie ein Pointillist setzen Joe Lovano und Jim Hall in "Feel Free" die Töne von Altsaxofon und Gitarre ins Klangbild, in das George Mraz und Lewis Nash an Bass und Schlagzeug weitere Farbtupfer einbringen. Ähnlich offen sind unter anderem die Einleitungen von "Slam", "Border Crossing", "Chelsea Rendezvous" oder "Blackwell" angelegt. Aus ihnen entstehen in kleinen Schritten immer zusammenhängendere, dichtere Nummern, die langsam, aber sicher zu swingen beginnen. Es geht aber auch anders: "Say Hello To Calypso" ist von Anfang an jener fröhliche Calypso, den der Name andeutet.
So modern, wie Jim Hall mit den Sounds und Klangmöglichkeiten der Gitarre spielt, würde kaum jemand vermuten, dass er bei den Live-Aufnahmen im Januar 2000 bereits fast siebzig Jahre war. Die aufs erste Hören widerborstige CD entfaltet ihre volle Schönheit erst, wenn man sich die Zeit nimmt, sich in aller Ruhe auf sie einzulassen. Fürs Nebenbeihören ist sie zu virtuos und vielschichtig.

Werner Stiefele, 23.11.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es generierte durchaus Schlagzeilen, als der Musikwissenschaftler Timo Juoko Herrmann vor gut vier Jahren eine bisher unentdeckte, womöglich gemeinschaftlich entstandene Komposition von Wolfgang Amadeus Mozart, Antonio Salieri und einem gewissen Cornetti im Prager Nationalmuseum wiederentdeckte – es handelte sich um die Kantate zur Genesung der Sängerin Nancy Storace „Per la ricuperata salute di Ofelia“ KV 477a auf ein Libretto von Lorenzo da Ponte. Dass sie ausgerechnet Timo Juoko […] mehr »


Top