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As One

Jane Ira Bloom, Fred Hersch

Winter & Winter/Edel Contraire 919 003-2
(40 Min., 9/1984) 1 CD

Einundachtzig Produktionen legte Stefan Winter auf seinem Label JMT vor, bevor es 1995 aus kaufmännischen Erwägungen der Mutterfirma Polygram plötzlich eingestellt wurde. Jetzt soll auf Winter & Winter der gesamte Katalog erneut erscheinen, jeweils drei CDs im Monat sind vorgesehen. Diese Entscheidung ist sehr zu begrüßen, denn vieles aus den letzten Monaten von JMT gab es nur ganz kurze Zeit, während so manche Platte aus den Anfängen Mitte der achtziger Jahre noch nie auf CD zu haben war.
Das gilt für Herb Robertsons immer noch hörenswertes Debüt "Transparency" genauso wie für dieses schon damals kaum beachtete Duoalbum von Jane Ira Bloom und Fred Hersch. Während Hersch eine ansehnliche Karriere gemacht hat, ist es um seine langjährige Musizierpartnerin Jane Ira Bloom erstaunlich ruhig geworden. Die Sopransaxofonistin nahm mit ihm vor "As One" mit Charlie Haden und Ed Blackwell "Mighty Lights" (Enja) auf; es folgten Quartetteinspielungen für Columbia, die durch den im Jazz wenig verbreiteten Einsatz von Live-Elektronik aufhorchen ließen.
Hier nun standen sie sich ganz direkt und ungeschützt gegenüber und machten es sich zum Ziel, "wie einer" zu agieren - was ihnen in einem substanziellen, für heutige Hörgewohnheiten etwas knapp geratenen Programm von sieben zum Teil frei improvisierten Stücken auf faszinierende, aber auch anspruchsvolle Weise glückte. Jane Ira Bloom hatte schon damals ihre eigene Stimme auf dem beliebten, aber schwer zu bändigenden Sopransaxofon gefunden.
Einziger Wermutstropfen ist die sowohl von der deprimierend eintönigen Ästhetik als auch von der mangelnden Haltbarkeit her indiskutable Gestaltung der viel zu breit geratenen Hartpapphüllen. Wenn das originale Coverdesign schon beiliegt, hätte man es - der Wiedererkennbarkeit wegen - ebenso gut übernehmen können.

Mátyás Kiss, 18.10.2001



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