home

N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



Das Gaede Trio, das seine Serie bei TACET um Vol. VI erweitert hat, wirkt erstaunlich reif im Zusammenspiel. Das seit 1991 bestehende Ensemble will sich nach eigenen Worten nicht spezialisieren, sondern alle stilistische Richtungen bedienen und hat sich das auch zum Programm dieser Aufnahme gemacht: Jeweils zwei Werke aus dem 18. und dem 20. Jahrhundert werden kombiniert.
Den Rahmen bilden Beethoven, der mit seinen Streichtrios "den Übergang von der Konvention heiterer Gesellschaftsmusik hin zur Sphäre anspruchsvoller Triokunst vollzogen" hat (so Matthias Wiegandt im informativen Booklet) und der 1997 verstorbene Jean Françaix, der sich nicht von avantgardistischen Moden verwirren ließ. Sein 1933 komponiertes Streichtrio ist eines seiner bekanntesten Werke. Wirklich beeindruckend ist das vom Gaede Trio quasi hingehauchte Andante.
Das andere Komponisten-Paar besteht aus Mozart - er bearbeitete ein Stück aus Bachs Wohltemperiertem Klavier, wobei die Autorschaft nicht geklärt ist - und Ernst Krenek, der ebenfalls etwas zum Thema Bach beigetragen hat: Der in alten Formen und historischen Satztechniken experimentierfreudige Krenek schrieb 1950 "Parvula corona musicalis" für Streichtrio als Auftragswerk des italienischen Rundfunks zum 200. Todestags Bachs. Er komponierte die Hommage in Form eines musikalischen Kranzes, indem er das Prinzip eines zyklischen Kanons in die Sprache der Zwölftonmusik übersetzte. Für die herrlich unprätentiöse Interpretation des Gaede Trios und die brillante Aufnahmetechnik von TACET hätten alle Beteiligten ebenfalls eine solche Krone verdient.

Karin Dietrich, 19.07.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Auf Anregung seines Lehrers Carl Friedrich Zelter schrieb der blutjunge Felix Mendelssohn Bartholdy im Alter von 12 bis 14 Jahren zwölf Streichersinfonien im Zeitraum von 1821 bis 1823. Diese Werke bildeten sein Übungs- und Experimentierterrain für den musikalischen Satz, die Instrumentation und die sinfonische Form. Mendelssohn überschrieb die Stücke, die er mal mit drei und mal mit vier Sätzen gestaltete, wechselweise mit „Sinfonia“ oder „Sonata“. In ihnen fand die […] mehr


Abo

Top