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Ludwig van Beethoven

Klavierkonzerte Nr. 3 und 5

Valery Afanassiev, Mozarteumorchester Salzburg, Hubert Soudant

Oehms Classics/Codaex OC 311
(84 Min., 12/2001, 6/2002)

Manchmal staunt auch der Kritiker, was man mit oft gespielten und gehörten, in unzähligen Aufnahmen verfügbaren Stücken noch machen kann. Dabei geht es hier keineswegs um eine Revolution, die ja letztlich immer von Geschmacklosigkeiten begleitet würde (wie man sie beispielsweise immer wieder bei "revolutionären" Einspielungen von Vivaldis "Jahreszeiten" beobachten kann), sondern um eine solide Arbeit, die davon zeugt, dass sich die Interpreten ernsthafte Gedanken um das Werk gemacht haben.
Andere Musiker hätten die beiden Klavierkonzerte Nr. 3 und 5 auf eine CD gebracht, hier liegen Valery Afanassiev und Hubert Soudant mit dem Mozarteum Orchester etliche Minuten “über der Zeit”, und das prägt die ganze Sache entscheidend. Das Tempo ist also - nein, nicht langsam, sondern vielmehr gemessen. Man höre sich etwa den ersten Satz des 3. Konzerts an. Besonders der Solist ist es, der sich die Zeit nimmt, jeden Ton auszukosten und zu formulieren, durchaus in Kongruenz mit dem Orchester, aber eben als die andere Sichtweise des musikalischen Materials. Das wirkt, wie gesagt, nicht langsam, sondern wunderbar beschwingt, von einer leichten Grundstimmung getragen, und bevor es zu abgezirkelt wird, ist da noch die Live-Atmosphäre mit ihrem Schuss von Spontaneität.
Afanassiev, der sich selbst als Renaissance-Mensch charakterisiert hat, sucht und findet einen Ton, der sinnlich und präzise ist, durchsichtig und polyphon, nuanciert und einfallsreich. Und der etwas barocke Klang des Mozarteum Orchesters ist hierzu die ideale Ergänzung.

Matthias Reisner, 05.07.2003



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