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The New Standard

Herbie Hancock

Verve/Universal Jazz 527 715-2
(77 Min.) 1 CD

Herbie Hancocks Wiedereinstieg in seine Jazzkarriere ist für alle diejenigen deprimierend, die sich noch erinnern, wie gut er vor dreißig Jahren war. Dafür gibt es drei Gründe: Erstens bleibt eine so lange Abstinenz von der Szene nicht folgenlos - Jazz ist eine Lebensform, nicht nur ein Musikstil, in den man sich nach Belieben einklinken kann, um nach Feierabend von der Fusion-Materialschlacht zu entspannen. Zweitens - der Titel verrät es indirekt - spielen Hancocks Mannen nicht seine Musik, sondern Coverversionen von Sting, Stevie Wonder, Paul Simon, den Beatles und anderen Popmusikern. Das ist ein netter Gedanke, solange die Ausführung eine gleichwertige Alternative zu den Originalen bietet - was hier nicht der Fall ist.
Drittens kann Michael Brecker nicht neben einem Wayne Shorter bestehen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn er nicht so viel Zeit zum Vorsichhindudeln hätte wie hier. John Scofields erdiges Gitarrenspiel passt ebensoschlecht zu Hancocks eher abstrakter Klavierästhetik wie das nervöse Drumming von Jack DeJohnette und Don Alias. Was soll´s: Einzelleistungen dieser zusammengewürfelten Band bleiben sowieso nicht in Erinnerung. - "The New Standard" zieht sich hin wie ein Kaugummi, der seinen Mangel an Geschmack durch schiere Quantität zu kaschieren sucht.

Mátyás Kiss, 31.01.1996



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