home

N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



Responsive image

The New Standard

Herbie Hancock

Verve/Universal Jazz 527 715-2
(77 Min.) 1 CD

Herbie Hancocks Wiedereinstieg in seine Jazzkarriere ist für alle diejenigen deprimierend, die sich noch erinnern, wie gut er vor dreißig Jahren war. Dafür gibt es drei Gründe: Erstens bleibt eine so lange Abstinenz von der Szene nicht folgenlos - Jazz ist eine Lebensform, nicht nur ein Musikstil, in den man sich nach Belieben einklinken kann, um nach Feierabend von der Fusion-Materialschlacht zu entspannen. Zweitens - der Titel verrät es indirekt - spielen Hancocks Mannen nicht seine Musik, sondern Coverversionen von Sting, Stevie Wonder, Paul Simon, den Beatles und anderen Popmusikern. Das ist ein netter Gedanke, solange die Ausführung eine gleichwertige Alternative zu den Originalen bietet - was hier nicht der Fall ist.
Drittens kann Michael Brecker nicht neben einem Wayne Shorter bestehen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn er nicht so viel Zeit zum Vorsichhindudeln hätte wie hier. John Scofields erdiges Gitarrenspiel passt ebensoschlecht zu Hancocks eher abstrakter Klavierästhetik wie das nervöse Drumming von Jack DeJohnette und Don Alias. Was soll´s: Einzelleistungen dieser zusammengewürfelten Band bleiben sowieso nicht in Erinnerung. - "The New Standard" zieht sich hin wie ein Kaugummi, der seinen Mangel an Geschmack durch schiere Quantität zu kaschieren sucht.

Mátyás Kiss, 31.01.1996



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Wohl kaum ein Künstler hat so viel für die Entwicklung und Erneuerung des argentinischen Tangos getan wie der argentinische Komponist und Bandoneon-Virtuose Astor Piazzolla. 2021 hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert, aus diesem Anlass spielte der junge dänische Akkordeonist Bjarke Mogensen in jenem Jahr ein Album mit den wichtigsten Werken des Tango-Nuevo-Königs ein. Als musikalische Partner für dieses Projekt wählte er seinen Landsmann Mathias Heise, der zu den führenden […] mehr


Abo

Top