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Nocturne

Charlie Haden, Gonzalo Rubalcaba

Verve/Universal Jazz 013 611-2
(67 Min., 2000) 1 CD

Einem schönen Konzept folgt diese Platte. Aber es ist eben die allzu sklavische Umsetzung dieses Konzepts, welche der CD letztlich viel von ihrer Wirkung nimmt. In Form einer zwölfteiligen Suite zelebriert Charlie Haden den Bolero, eine in Spanien beheimatete, in Kuba weiter entwickelte Tanzform, die in der gleichnamigen Orchesterkomposition Maurice Ravels die stärkste Verbreitung erfahren hat. Doch bereits Ravel bedauerte selbstironisch, dass sein ganz auf den unerbittlich durchgetrommelten Rhythmus zugeschnittenes Erfolgsstück keinerlei Musik enthalte.
Genau in diesen Fallstricken hat sich auch der zunehmend nostalgisch orientierte Bassist Haden verfangen: Der Schlagzeuger Ignacio Berroa muss sich spätestens nach einem Halbdutzend Boleros zu Tode gelangweilt haben, so sehr geht einem die Gleichförmigkeit der stets schleichenden Tempi selbst beim Nebenbeihören auf die Nerven. Was früher aparten Stoff für eine Plattenseite abgegeben hätte, hat hier das Zeug zur diskreten Foltermethode. Schade um den als Co-Leader herausgestellten Kubaner Gonzalo Rubalcaba, der die traditionellen Stücke mit zärtlich fließenden, singenden Klaviersoli veredelt, und um die beiden Saxofonmeister Joe Lovano und David Sanchez, die der Hälfte der Stücke einen selbstlos jazzenden Balladentouch verleihen.
Da die Plattenfirma nicht in der Lage war, ein fehlerfreies Besprechungsexemplar zur Verfügung zu stellen, muss ich raten, vor dem eventuellen Kauf kurz zu prüfen, ob der Laser beim Anfang und Ende jedes Titels zu springen scheint.

Mátyás Kiss, 17.05.2001



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