Responsive image

Quiet Fire

Johannes Enders

Enja/Edel Contraire ENJ-9390 2
(54 Min., 4/1999) 1 CD

Ein stilles Feuer verspricht der bayerische Tenorist auf seiner neuen CD abzubrennen. Das gelingt ihm gleich mit dem ersten und längsten Titel "Day Number One": Zur "Fütterung" der Solisten intoniert das Klavier, stete Spannung schaffend, unbeirrt ein und dasselbe Motiv - solch modale Vamps kennt und schätzt man spätestens seit McCoy Tyners Beitrag zu "My Favorite Things" als unwiderstehlich. Die Assoziation kommt nicht von ungefähr, denn Enders ist ohne Coltrane nicht denkbar. Aber seine Gefolgschaft ist bei aller inneren Beteiligung niemals sklavisch, sondern eher spielerisch - wie man kürzlich in seinen Soli für die Bossa-Nova-Band der aufstrebenden Sängerin Melanie Bong erleben konnte.
Einen besonderen Reiz bekommt Enders' zweites Enja-Album durch die Mitwirkung Vincent Herrings. Forderte ihn auf "Bright Nights" Ingrid Jensens Trompete heraus, sind es jetzt die Saxofone Herrings, die nicht für Konkurrenz, sondern ein freundschaftliches Miteinander sorgen. Überhaupt ist Freundlichkeit ein passendes Stichwort für diese Produktion, die nie harsch oder hektisch wird, aber allzeit qualitätvolle, authentisch wirkende Klänge unters Volk bringt - was auch den in der Münchner Jazzszene nicht zufällig hoch geschätzten Begleitern Roberto Di Gioia und Rick Hollander zu verdanken ist.

Mátyás Kiss, 04.05.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ein paar vorgegebene Noten, aber auch viel frei Improvisiertes – fast wie im Jazz. Beschrieb Nils Mönkemeyer seinen neuen diskografischen Ausflug nach Italien jüngst im Radio. Und ja, wer sich etwa erinnert, was Patricia Kopatchinskaja dem Konzerte wie am Fließband produzierenden Antonio Vivaldi unlängst auf der Geige andichtete – zugeben deutlich radikaler, als Mönkemeyer hier vorgeht – fühlt sich darin bestätigt. Es gibt Spielraum. Nun ist Mönkemeyer Bratscher, begegnet also […] mehr »


Top