Responsive image

Tangerine

Dexter Gordon

Original Jazz Classics/ZYX 0 25218-7041-2 0
(42 Min., 6/1972) 1 CD

Fünfzehn Jahre lebte Dexter Gordon in Dänemark. In dieser Schaffensperiode muss es ihm viel bedeutet haben, immer wieder mal auf heimatlichem Boden mit amerikanischen Kollegen zu spielen. Jedenfalls teilt sich auf "Tangerine" Gordons Glücksgefühl mit, zumal auf dem Titelsong: Hier sprudelt er lebhaft, "verschwendet" er sich in putzmunteren Sechzehntelnoten-Läufen. Er, der Essentialist, der langsamste Bebopper der wenigsten Töne, hatte einen Tag barocker Lebensfülle. Eine Aufnahme, die uns desto bewusster werden lässt, von wie viel Einsamkeit und Melancholie sein Spätwerk kündet.
Das hat natürlich auch mit den Kollegen zu tun, die ihn aus der Reserve locken, Musiker. Drei Stücke glückten in einer Besetzung, der man zunächst misstraut. Der Flügelhornist Thad Jones und sein Bruder, der Pianist Hank Jones (lauter, klar und elegant), ergeben mit dem damaligen Newcomer Stanley Clarke (Bass) und Louis Hayes (Schlagzeug) ein erstaunlich homogenes Team. Die Rhythmusgruppe treibt Gordon wohlgelaunt an, ohne überfrachtet zu spielen. Mit Freddie Hubbard (Trompete), Cedar Walton (Klavier), Buster Williams (Bass) und Billy Higgins (Schlagzeug) wurden auf ebenso hohem Niveau zwei Stücke eingespielt. "Tangerine" darf man getrost zu Gordons Glanzleistungen der siebziger Jahre zählen.

Marcus A. Woelfle, 13.07.2000



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Es liegt etwas Flirrendes, Sommerliches, ungemein Modernes in der französischen Musik zwischen 1900 und dem Erstem Weltkrieg, ein Aufbruch, der erst recht vollzogen werden konnte, als sich ein paar Komponisten gegen die Übermacht der Tonsprache Richard Wagners zu stemmen begannen. Doch was könnte man einer so perfekt ausgearbeiteten, fließenden Romantik entgegenstellen? Diese Frage führte Claude Debussy und Maurice Ravel dazu, sich im spielerischen Umgang mit der Vergangenheit neue […] mehr »


Top