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Internal Eyes

Rolf Kühn

Intuition/SMD Int 3328 2
(55 Min., 11/2000, 4/2001) 1 CD

In seiner langen Musikerkarriere hat der deutsche Klarinettist Rolf Kühn eine illustre Reihe von Freunden gewonnen. Aus diesem Pool rekrutiert er die wechselnden Besetzungen seiner aktuellen Alben. Ist auf diesem Wege zwar für Vielfalt gesorgt, wird jedoch nicht immer ganz klar, wer auf dem jeweiligen Titel de facto zu hören ist.
Auch wenn es klingen mag wie die Forderung, Karthago zu zerstören: Ich würde mir auch von Kühn einmal eine ganze, vielleicht live eingespielte CD mit seiner Working Band wünschen und keines dieser Wechselbäder, die in der Branche längst zur schlechten Angewohnheit geworden sind. Etwas anderes ist es, wenn in einem Club Musiker "einsteigen" oder im Rahmen eines Konzerts die Besetzung wechselt: Dort sieht man wenigstens, wer da kommt und geht.
Genug gelästert: Die Musik selbst ist wie immer bei Rolf Kühn erstklassig - und sie swingt! Aber sie tut dies nicht nur, weil auf Drummer vom Kaliber eines Peter Erskine und Wolfgang Haffner Verlass ist, sondern auch deshalb, weil die altehrwürdige Klarinette unter den Händen des Leaders ein mitreißend boppendes und bluesendes Vehikel wird.
Kühns meisterliches Spiel führt zu einer ketzerischen Frage: Wie konnte das meist quäkige Sopransaxofon je solche Beliebtheit erlangen? Die durch alle Register mit einem herrlichen Timbre gesegnete, aber zwischendurch fast vergessene Klarinette hätte doch die ganze Zeit zur Verfügung gestanden ...

Mátyás Kiss, 03.01.2002



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