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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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Both Worlds

Michel Petrucciani

Dreyfus/Edel Contraire FDM 36590-2
(49 Min., 1997) 1 CD

Um es zu verallgemeinern: Es gibt Pianisten, die besser spielen, je mehr Musiker beteiligt sind, und solche, deren Tugenden im Kleinformat besser zum Tragen kommen. Tatum, Garner, Evans, Makowicz - wer möchte die schon mit Big Band hören? Auch Michel Petrucciani gehört in diese Kategorie.
Er wirkt hier zwar nur in einem Sextett; aber der Arrangeur Bob Brookmeyer hat bei seiner “Orchestrierung” von Petrucciani-Kompositionen volle Arbeit geleistet: Ohne das dies etwas mit Lautstärke zu tun hätte, beschleicht den Hörer das Gefühl, er habe es mit einem größeren Klangkörper zu tun - selbst wenn nur das Trio spielt. Die gewohnte Intimität und Tiefenauslotung verflüchtigt sich aus Petruccianis Spiel; übrig bleiben pianistische Brillanz und ein platt plätschernder Schönklang, garniert von eher routinierten als inspirierten Kollegen, die Petrucciani (bis auf Brookmeyer) ohnehin nicht das Wasser reichen können. Delikate Höhepunkte wirken so deprimierend wie Sonnenstrahlen, die durch ihre seltene Anwesenheit auf trübe Wolken aufmerksam machen. Wer Petrucciani 1997 begeistert im Konzert gehört hat, kann die Langeweile, die dieses Album verbreitet, kaum fassen.

Marcus A. Woelfle, 31.05.1997



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