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Martial Solal Dodécaband Plays Ellington

Martial Solal

Dreyfus Jazz/ACT/Edel Contraire FDM 36613-2
(59 Min., 12/1997) 1 CD

Die überragende Bedeutung des Pianisten Martial Solal für den französischen Jazz ist in Vielem mit der Rolle Albert Mangelsdorffs in Deutschland zu vergleichen. Ähnlich wie der Posaunist ist Solal ein fanatischer Über, und wie die Musik Mangelsdorffs ist auch die Musik Solals stark von europäischem Formwillen und von diskursiver Logik geprägt. Im Gegensatz zu Mangelsdorff, dem bekennenden Improvisator, ist Solal jedoch auch ein ehrgeiziger Vorkämpfer des auskomponierten Jazz.
Seit gut zehn Jahren verwirklicht er seine Vorstellungen in einer Großformation aus zwölf Musikern, also einer "Dodéca"-Band. Sie ist mit einer klassischen Rhythmusgruppe, drei Holzbläsern, drei Trompeten, zwei Posaunen und einer Tuba besetzt. Erklärtes Ziel der vorliegenden Produktion dieser Formation ist es, "anhand bekannter Stücke zu zeigen, dass das Werk eines Arrangeurs im Grunde dem eines Komponisten entspricht". "Plays Ellington" ist also als ein im besten Sinne hoch intellektuelles Spiel mit Motiven ellingtonscher Provenienz zu verstehen, wobei die Motive gerade so weit präsent bleiben, dass die Variationszyklen als - mitunter überdrehte - blitzgescheite Kommentare verstanden werden können.

Thomas Fitterling, 28.09.2000



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