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Something Cool

Tierney Sutton

Telarc/In-Akustik CD-83548
(65 Min., 3/2002) 1 CD

Zwei Dinge berühren einen gleich sympathisch an Tierney Suttons vierter CD: Einerseits hält sie ihrem Begleittrio aus Christian Jacob, Trey Henry und Ray Brinker die Treue - mit dem Erfolg, dass es sich womöglich noch ein Quäntchen dichter und präziser eingespielt zeigt als zuvor schon. Andererseits zaubert ihr Griff in die Schatztruhe des "Great American Songbook" wiederum einige seltener erklingende Juwelen hervor: Nur das sonst meist als Instrumentalduo zu hörende "Alone Together" etwa ist in Bärenreiters "Standard-Lexikon" vertreten - Sutton zelebriert die ungewöhnliche Ballade im Duo mit ihrem großartigen Bassisten. Auch "Out Of This World" hat man am ehesten von John Coltrane im Ohr. Dagegen sind "Comes Love" oder die drei Titel aus dem Musical "My Fair Lady" geradezu archetypische Gesangs-Vehikel.
Auf dieser CD, die sich handwerklich und interpretatorisch auf einsamer Höhe bewegt, vermisse ich nur ein wenig das übergreifende Konzept, die thematische Klammer, mit der wir zuvor von Tierney Sutton verwöhnt wurden: Bei "Unsung Heroes" waren es Vokalisierungen instrumentaler Themen, bei "Blue In Green" mit Bill Evans verbundene Stücke.
Die liebevollen Arrangements, die Sutton wieder mit ihren Musikern gemeinsam erarbeitet hat, stecken jedoch abermals so voller origineller Ideen, dass ihre Kollegen, die sich mit Standards nicht ansatzweise vergleichbare Mühe geben, nebenbei als Faulpelze entlarvt werden. Trotzdem würde ich mich auf Suttons nächstem Album über zusätzliche Musiker - etwa einen Bläser - freuen. Ihre Haltung, die der Titel "Something Cool" treffend umschreibt, kann ohne ihre Anwesenheit - wie in einem Konzert - sonst nämlich ein wenig distanziert wirken.

Mátyás Kiss, 14.11.2002



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