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Works For Me

John Scofield

Verve 549 281-2
(72 Min., 6/2000) 1 CD

"The Verve & Warner All Stars Play The Music Of John Scofield" wäre ein passender Titel für diese fast altmodische Blowing Session gewesen. Der in letzter Zeit mehr als Funk- denn als Jazzmusiker hervorgetretene Scofield fiel unter lauter weich gedämpften Gitarristen von jeher mit seinem rockig verzerrten Sound auf. Doch in Gegenwart des Altsaxofonisten Kenny Garrett und einer Rhythmusgruppe allererster Güteklasse hält er sich klanglich bedeckter. Scofields Improvisationslust stachelt diese mainstreamig jazzende Besetzung dagegen eher an: Am Klavier sitzt nämlich Brad Mehldau, der die "himmlische Länge" seiner Monologe hier auf Normalmaß zurechtstutzt. Und Christian McBride (b) und Billy Higgins (dr) sind auch nicht gerade die langweiligsten Begleiter, die man bekommen kann.
Und trotzdem bewährt sich die gefährliche Formel "more is more" auch diesmal nicht: Obwohl hier in jedem Takt spürbar Meister am Werk sind und auch das rifflastige Themenmaterial - wie immer bei Scofield - ordentlichen Zug entwickelt, will die Mischung nicht so recht zünden. Was fehlt, zeigt der Vergleich mit den Working Groups, die John Scofield auf einer Reihe von Tourneen und Blue-Note-Alben sekundierten - besetzt mit Leuten wie Joe Lovano, Steve Swallow, Marc Johnson, Paul Motian oder Bill Stewart.
Außerdem ist auch diese CD wieder einmal viel zu lang, als dass der Hörer bei der Stange bleiben könnte: Fünfzig, höchstens sechzig Minuten wären allemal genug. Die Speicherkapazität der CD ist für historische Wiederauflagen ideal (zum Beispiel zwei LPs auf einer CD), die meisten Neuerscheinungen wissen aber meist nichts mit der Länge anzufangen.

Mátyás Kiss, 22.02.2001



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