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Gratitude

Chris Potter

Verve/Universal Jazz 549 433-2
(71 Min., 9/2000) 1 CD

Dankbarkeit scheint ein gutes Motiv für eine künstlerische Äußerung zu sein: Chris Potter widmet die Titel seines Verve-Debüts einer Auswahl der Saxofonisten, die ihn entweder durch ihr Spiel beeinflussten oder die direkt als seine Mentoren auftraten - und er legt damit seine bislang überzeugendste Aufnahme vor.
Gerade an seinen Auftritten als Sideman habe ich in den vergangenen Jahren viel herumgemäkelt. Potter kam mir oft wie ein ungezogenes, altkluges Kind vor, das durch seine Rolle als Störenfried die Aufmerksamkeit auf sich ziehen will. Wenn er aber seine eigenen musikalischen Konzepte verficht, wirkt sein mit Geschichte gesättigtes, technisch über jeden Zweifel erhabenes Spiel mit einem Mal stimmig und überzeugend.
Chris Potters Hauptinstrument ist zwar nach wie vor das Tenorsaxofon, aber auf dieser Aufnahme spielt er noch fünf andere Holzblasinstrumente, während das ihn begleitende Trio aus Kevin Hays (der gelegentlich auf das Fender-Rhodes-Piano zurückgreift), Scott Colley (Bass) und dem wandlungsfähigen Brian Blade am Schlagzeug die erfreuliche Konstante bildet. Bei "Gratitude" hat uns Verve von dem Aufgebot fehlplatzierter Gaststars verschont, die sich sonst die Klinke der Studiotür in die Hand geben, und statt dessen eine ordentlich eingespielte Band vor die Mikrofone geholt. Ich werde mir dieses grandiose Quartett, das im April durch Deutschland tourt, anhören gehen. Auf die wunderbare Eddie-Harris-Hommage "High Noon" mit dem von E-Piano und Bassklarinette repetierten Thema freue ich mich besonders.

Mátyás Kiss, 12.04.2001



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