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Sings Salvadore Poe

Lisa Ekdahl

RCA/BMG 74321 79681 2
(51 Min., 2000) 1 CD

Im wirklichen Leben ist Lisa Ekdahl dreißig und Mutter. Wenn sie "Jazz" singt, piepst sie dagegen so kindhaft, als stünde vor dem Mikrofon ein kleines Mädchen, dessen Pubertät gerade begonnen hat. Dann nämlich schlüpft der schwedische Popstar in die Rolle der Kindfrau und gibt - bis in die letzte Nuance - das süße, verführerische Blondchen, das sogar noch durch die Boxen mit großen Kulleraugen klimpert und einen herzigen Kussmund zieht.
Ähnliches haben in den fünfziger Jahren Marilyn Monroe und die unvergessliche Blossom Dearie vorgemacht - allerdings im Original und nicht als Imitat eines Frauenbilds aus einer Zeit, als die Frauenbewegung noch in ferner Zukunft lag. Oder ironisiert Lisa Ekdahl die Rückkehr zum alten Klischee? Das ist kaum anzunehmen, denn sie hält die Kleinmädchenatmosphäre in allen vierzehn Songs aus der Feder von Salvadore Poe bruchlos durch. Der Komponist und Texter selbst spielt in den lockeren Latin-Nummern akustische Gitarre. Einunddreißig Streicher mengen sich in die dezent begleitende Combo, und wo es passt, mischen sich auch noch ein Fender Rhodes E-Piano, Flöte, Bassflöte und eine Reihe weiterer Instrumente ein.

Werner Stiefele, 30.08.2001



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