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4 Generations Of Miles

George Coleman, Mike Stern, Ron Carter, Jimmy Cobb

Chesky/In-Akustik JD 238
(67 Min., 5/2002) 1 CD

George Coleman, obgleich er immerhin ein ganzes Jahr bei Miles gespielt hat, ist neben Hank Mobley der von einer breiteren Öffentlichkeit am häufigsten übersehene der bei Davis beschäftigte Tenoristen; ein Mangel an Charisma mag diesen bedauerlichen Umstand erklären. Doch anders als Mobley lebt Coleman noch und nimmt sogar regelmäßig Platten auf - wie diese, die ihn kürzlich mit anderen Sidemen Davis' zusammenführte.
Die Ad-hoc-Formation verzichtet weise auf einen Trompeter und verwendet anstelle eines Keyboards die Gitarre, die für Miles, seit er Jimi Hendrix gehört hatte, zum unentbehrlichen Harmonieinstrument seiner Bands geworden war: Mike Stern klingt hier mit fast schon sphärisch schwebendem Sound und schön bluesigen Melodien ungleich versöhnlicher als noch vor zwanzig Jahren.
Ron Carter blieb von allen vieren der am ehesten auf der Szene präsente, während Jimmy Cobb im wesentlichen seinen Status als einziger Überlebender der legendären "Kind-Of-Blue"-Tage genießt. Der spezielle Dreh dieses Mitschnitts ergibt sich aus der Tatsache, dass die vier zu mehreren Inkarnationen der Band von Miles Davis gehörten. Der Titel der CD trifft leider nicht ganz zu, denn Coleman und Carter spielten 1963/64 gleichzeitig bei ihm.
Das Repertoire des Abends entspricht in etwa einem Davis-Konzert um 1960. So gut wie alle Stücke greifen - bei einem mittleren Nummer-Sicher-Tempo - auf mehr oder weniger dieselbe, lässig federnde Rhythmik zurück. Bei einer solchen zeitlichen Distanz und derart gängigem Songmaterial hätten die vier Altmeister, statt sich auf ihre Namen und ihre Routine zu verlassen, aber ein paar Gedanken darauf verwenden können, wie die viel gespielten Titel reizvoll zu arrangieren wären.

Mátyás Kiss, 07.11.2002



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