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Lucky So and So

Kenny Burrell

Concord/Edel Contraire CCD-4951-2
(59 Min., 9/2000) 1 CD

Zum Glück weilt der einzige Gitarrist, der je die Ehre hatte, mit John Coltrane aufzunehmen, noch unter uns. Man braucht nur Kenny Burrells sensibler Rubato-Einleitung zu "Tenderly" zu lauschen, die dem Titel alle Ehre macht: Hier ist ein unbestrittener Meister seines Fachs auf der Höhe seiner Kunst zu erleben. Dazu tragen auch die Mitglieder seines Quartetts bei - allen voran der Pianist Onaje Allen Gumbs, von dem man leider nicht mehr viel hörte, seitdem er vor über zwanzig Jahren in der Band von Woody Shaw Aufsehen erregte. Gumbs ist immer noch ein aufregender Pianist, dem hier in Rufus Reid und Akira Tana würdige Begleiter sekundieren.
Wie in den letzten Jahrzehnten immer deutlicher wurde, ist Duke Ellington Burrells Leib- und Magen-Komponist, und hier erweist er sich gleich viermal als einer von dessen größten Interpreten. Was dagegen selbst die zahlreichen Freunde von Burrells Gitarrenkünsten überraschen dürfte, ist dessen durchaus lebendige Beziehung zum Gesang: Bevor Burrell vor fünfzig Jahren im Sextett von Dizzy Gillespie sein Plattendebüt gab, war er in seiner Heimatstadt Detroit noch in beiden Funktionen aufgetreten.
Jetzt hat er sich wieder auf diese Anfänge besonnen, und man darf es durchaus bedauern, dass er so lange damit gezögert hat, sich zu dieser ersten Liebe zu bekennen. Andererseits verschafft gerade Burrells reiche Lebenserfahrung seinen Gesangslinien bei aller Schlichtheit ein inneres Gewicht und eben die anrührende Wirkung, die auch rein instrumentale Balladeninterpretationen wie "In A Sentimental Mood" auszeichnet. Mehr davon!

Mátyás Kiss, 28.06.2001



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